MIDNIGHT FORCE - Dunsinane

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VÖ: 10.08.2018
Bandinfo: MIDNIGHT FORCE
Genre: Heavy Metal
Label: Iron Shield Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

"Macbeth shall never vanquished be, until Great Birnam wood to high Dunsinane hill Shall come against him..."

Dunsinane Hill wird gerne als Platz der Burg von MacBeth genannt. Der Hügel befindet sich im schottischen Perthshire, die Jungs von MIDNIGHT FORCE stammen aus Glasgow, klingen aber wie die Frucht der Lenden uralt-amerikanischen Proto/Kauzmetals und den allerfrühsten Anfängen der britischen NWoBHM. Ganz klar, MANILLA ROAD und damit einhergehend diese erzählerische Art und Weise, Metal zum Leben zu bringen. Hier wird nicht notwendigerweise das übliche Songschema bemüht, es geht vielmehr darum, diese eine Story, dieses Geschehnis mit musikalischen Mitteln zum Leben zu bringen. Ob es der von Caesars Armee herbeigeführte Untergang von Alesia ist, die protometallische Erkundung des titelgebenden Hügels oder die bereits von den jeweiligen Singles bekannten "The Scarlet Citadel" und "Witchfinder", jeder Song fährt ausladende Umwege um ein Maximum an Atmosphäre zu kreieren.

Mit Ausnahme des recht konventionellen Songwritings beim zügigen "Down With The King" und dem eher mühsamen "Crystal Talon" gelingt es dem Vierer aus Glasgae auch, diese uralte Stimmung, die sich am Übergang von Hard Rock hin zum Heavy Metal einst erschuf, ziemlich authentisch erneut zum Leben zu bringen. Die Gitarren sind noch uralt halbverzerrt, der Bass macht, wie in den 70ern in der verspielteren Rockmusik durchaus üblich, sein eigenes Ding und ist hier nicht zur bloßen Unterstützung der Gitarren angetreten. Die Bassläufe erinnern ein wenig an die Art und Weise, wie ein Geezer Butler Bass spielt. Das Schlagzeug ist gänzlich unbearbeitet und auch hier darf man sich an improvisiert klingenden Läufen erfreuen. 

Der Gesang ist erschütternd kauzig, immer etwas neben der Spur, aber eben gerade dadurch äußerst charmant. "Dunsinane" steht so herrlich diametral dem entgegen, was heutige übermasterde Hochglanzproduktionen unter Metal verstehen. Man kann beides mögen, keine Frage, auch ich stehe gerne im Hier und Jetzt, aber ab und an ist eine Geschichtsstunde in Sachen Metal äußerst lobenswert. Vor allem wenn sie so solide und euhporisch vorgetragen wird, wie das erste Album von MIDNIGHT FORCE.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (18.08.2018)

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