BAEST - Danse Macabre

Artikel-Bild
VÖ: 17.08.2018
Bandinfo: BAEST
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Viele Hypes kommen und gehen genauso schnell, wie sie gekommen sind - im Oldschool Death Metal-Sektor lässt sich diese einfache Formel aber irgendwie nicht anwenden: Seit nunmehr etlichen Jahren gibt es beispielsweise eine gigantische Lobby für den schwedisch-rustikalen Tod, vornehmlich praktiziert von skandinavischen und deutschen Verfechtern, die sich dem immerzu sägenden HM-2 verpflichtet haben und damit bei sämtlichen Musikalienhändlern stets für Hochkonjunktur sorgen sollten. Und Century Media Records, unter deren Ägide ja zahlreiche dieser Bands walten, haben erneut zugeschlagen - dieses Mal allerdings in Dänemark, wo sie BAEST, die dieser Tage ihre Version von "Danse Macabre", dem Totentanz, vorstellen, exhumiert haben. Nach nur einer Demo und der anschließenden EP wohlgemerkt.

Einen Bärenanteil der Sales Arguments dürfte vor allem Sänger Simon Olsen, dessen Organ quasi wie die Reinkarnation von Mikael Åkerfeldts bösem Ich, nämlich die Growls, klingt, ausmachen. Und auch sonst erinnern BAEST kompositorisch in verdammt vielen Momenten verdammt stark an BLOODBATH, den früheren Spielplatz des OPETH-Fronters: Markante Melodien der Marke "Nightmares Made Flesh" ("Crosswhore") treffen mal auf geradlinigen Schwedentod ("Atra Mors"), mal auf die etwas technischere alte Schule ("Hecatomb" und "Vortex"), die selbstredend auch auf "The Fathomless Mastery" hätten stattfinden können. In anderen Worten: besonders viel Autarkie sollte man von BAEST auf ihrem Debütalbum nicht erwarten. Der Titelsong mit dem akustischen, mit Regengeräuschen unterlegten Gruselintro macht trotzdem, übrigens genauso wie das restliche Album, ordentlich etwas her.

Beachtlich ist, mit welcher Selbstverständlichkeit BAEST auf "Danse Macabre" agieren und zusammen mit den Vocals hebt sie das, obschon natürlich eindeutige Parallelen zu vernehmen sind, irgendwie heraus. Und dadurch, dass sich die Dänen nicht zwingend auf eine todesmetallische Subkultur festgelegt haben, klingt ihr Debütalbum auch weitaus frischer als die meisten anderen Oldschool-Ableger, die oftmals zu altbacken und festgefahren daherkommen. Man sollte die fünf jungen Kerle also unbedingt abspeichern, da sie jetzt schon das Potenzial dazu aufzeigen, dass man in nicht allzu ferner Zukunft stärker aus dieser überbesetzten Rubrik herausstechen könnte. Vielleicht auch mit etwas mehr Risiko beim Songwriting, wie beispielsweise die amerikanischen Kollegen von HORRENDOUS bewiesen haben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Pascal Staub (15.08.2018)

WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: TWILIGHT FORCE - Dawn Of The Dragonstar
ANZEIGE