CARCHOSA - Carchosa

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VÖ: 09.06.2018
Bandinfo: CARCHOSA
Genre: Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Bei CARCHOSA handelt es sich nicht um eine Band im eigentlichen Sinn sondern um eine One-Man Show des Schweden Henrik Nygren, der neben dem Gesang auch die Gitarrenarbeit übernimmt. Nachdem kein Schlagzeug sondern "Programming" aufgeführt ist, gehe ich davon aus, dass das Schlagzeug synthetisch ist, was aber nicht weiter negativ ins Gewicht fällt.

Der spärlichen Info auf der CARCHOSA-Bandcamp-Seite ist zu entnehmen, dass wir es hier mit Thrash/Death Metal mit progressiven Einschüben zu tun haben. Dies kann man grundsätzlich unterschreiben, wobei reines Death-Metal-Gegrunze (zum Glück) so gut wie kaum zu vernehmen ist.

Die CD hat zwar lediglich sieben Tracks, die jedoch durch die Bank Überlänge aufweisen (der Schlusstrack "Damnation" sogar über 10 Minuten), sodass doch eine ordentliche Spieldauer zusammenkommt.

Zu allererst fällt die gute Gitarrenarbeit auf. Neben pfeilschnellen Thrash-Riffs im Bay-Area-Gedächtnis Stil hat Herr Nygren offenbar auch seine IRON MAIDEN-Einflüße verarbeitet, so manche doppelstimmige Gitarren-Leadpassage erinnert stark an die eisernen Jungfrauen.

Neben dem guten Gitarrensound klingt das (Konserven-)Schlagzeug doch etwas rumpelig, was aber dennoch seinen Charme hat. Und es gibt sogar Keyboardpassagen zu bestaunen, wie im Opener "Unfathomable". Manchmal wird der Stil-Mischmasch aber auch etwas zu arg und man hat den Eindruck, dass man etwas zu viel in die Songs reinpacken will, was doch manchmal etwas zu  gewollt klingt.

An der Stimme werden sich, wie so oft, die Geister scheiden. Der Gesang erinnert etwas an Mille von KREATOR, ohne jedoch dessen Klasse zu erreichen. Ab und an wird das Ganze dann doch etwas zu monoton und die teils sehr guten Instrumentalpassagen werden durch den Gesang doch etwas heruntergezogen. Da könnte man doch noch etwas nachbessern.

Für eine in kompletter Eigenregie entstandenen Produktion wie diese ist das Gesamtpaket durchaus überzeugend und vor allem abwechslungsreich. Man sollte natürlich nicht mit zu hohen Erwartungen an die Scheibe rangehen, aber dennoch habe ich schon weitaus schlechtere Ergebnisse namhafterer Bands gesehen. Einzelne Songs herauszupicken ist relativ schwer, die Highlights kristallisieren sich wohl erst nach etlichen Durchläufen mehr heraus.

Wer offen ist für etwas Obskurität abseits der Massenware ist, sollte mal bei CARCHOSA seine Ohren spitzen. Auf der verlinkten Bandcamp-Seite gibt es sowohl Download als auch physisches Produkt zum geringen Sparpreis.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (05.09.2018)

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