U.D.O. - Steelfactory

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VÖ: 31.08.2018
Bandinfo: U.D.O.
Genre: Heavy Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an! Schwangen U.D.O. 2013 noch den „Steelhammer“, machen sie 2018 gleich ihre eigene „Steelfactory“ auf! Und das (no na!) mit einem unermüdlichen Udo Dirkschneider am Mikro, der durch seine ACCEPT-Abschiedstour unter dem schlichten Banner DIRKSCHNEIDER wohl noch einmal so richtig Blut geleckt hat. Klar, inzwischen nudelt der German Tank mit seiner Mannschaft die alten Hadern schon das dritte Jahr auf Club- und Festivalbühnen herunter – aber das Publikum scheint dessen noch immer nicht müde zu sein. Gut, zu dieser Form der Vergangenheitsglorifizierung kann man stehen wie man will, doch wie zur Hölle schafft es dieser alte Knacker während der ausgiebigen Touraktivitäten der letzten Jahre, dann auch noch quasi im Vorbeigehen ein Album einzuklöppeln? Wir wissen es nicht. Wir wollen es auch gar nicht wissen, wir preisen einfach den Mythos Udo Dirkschneider und erfreuen uns an neuem Material aus der teutonischen Stahlschmiede.

Gleich der Opener „Tonge Reaper“ macht alles richtig und ordentlichen Bock auf das Album, dann grooven auch schon die U.D.O.-Trademarks, nämlich launige Midtempo-Stampfer wie „Make The Move“ oder „Raise The Game“ gekonnt dahin und zwingen die trainierten Nackenmuskeln schnell in ihren Takt. Und was wäre der German Tank ohne prägende „Ein-Riff-Songs“ wie „Hungry And Angry“, die sich in ihrer hämmernden Simplifikation nachhaltig in den Gehörgängen einnisten? Oder gnadenlos mitgröltaugliche epische Refrains wie „One Heart, One Soul“?

„Rising High“ und „Eraser“ sind flotte Uptempo-Songs mit knackigen Refrains, zu denen man das Haupthaar (so noch vorhanden – ich weiß, der Joke wird schön langsam wirklich ausgenudelt...) mit Vehemenz schwingen kann. Jung-Dirkschneider am Schlagzeug böllert hier mit sichtlicher Freude an seiner Schießbude, während das Saiten-Dreigestirn um Fitty, Andrej und den zurückgekehrten Stefan Kaufmann dank schön fetter Produktion nach Kräften rifft und wummert.

„Keeper Of My Soul“ kommt in den Strophen ohne Helium aus, offenbart dadurch aber einen äußerst epischen Charakter, ähnlich wie „Bite Of Evil“, das breitwandig auf den Hörer einrifft und sich mit seinem Abwechslungsreichtum zu einem der besten Tracks des Albums auswächst. Lediglich „Blood On Fire“ und „Rose In The Desert“ mögen nicht so wirklich zünden und auch der balladeske Abschluss des Albums mit „My Way“ weigert sich standfest, sich tiefer ins Ohr zu graben. Das ausufernde Solo im hinteren Drittel hat zwar Qualität, doch es wollen sich Akustikgitarre und Gesang im Rest des Songs - und auch im Kontext zum Solo – nicht wirklich zusammenfinden.

Man kann sagen was man will, aber U.D.O. hat nichts verlernt, eher im Gegenteil! Der hochverdiente Kult-Schreihals mit seiner charismatischen Stimme scheint wie der Wein immer besser zu werden! Dank der vergangenen, ausufernden „Back To The Roots“-Tour scheint sich der German Tank stärker denn je auf seine alten Stärken zurückbesonnen zu haben und knallt mit „Steelfactory“ ein fettes Album auf den Tresen, das als klare Kampfansage gegen seine ex-Band zu werten ist. Die Hitdichte und der Groovefaktor sind auf „Steelfactory“ deutlich höher, als auf dem letzten ACCEPT-Rundling „The Rise Of Chaos“ - und das will angesichts der Lobeshymnen auf selbiges Album schon einiges heißen. In der Stahlfabrik gibt es kaum Schlacke, sondern echten teutonischen Qualitätsstahl!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (25.08.2018)

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