DUNCAN EVANS - Prayers For An Absentee

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VÖ: 24.08.2018
Bandinfo: DUNCAN EVANS
Genre: Folk Rock
Label: Prophecy Productions
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Lineup  |  Trackliste

Ob NICK CAVE & THE BAD SEEDS und Leonard Cohen oder die Neofolker von CURRENT 93, Duncan Evans reiht sich mit seinem neuen Album ein in eine Reihe von musikalischen Instanzen, von denen Inspirationen kamen.

"Bring Your Shoulder" spricht von einer aus Einsamkeit entspringenden Erkenntnis über selbige Einsamkeit als Objekt der Erkenntnis. Der schmerzerfüllte und zugleich innere Schrei des Protagonisten, er wird hier in Klänge umgesetzt. Der CAVEman und seine Samen klingen hier an, denn auch NICKs Verlusterfahrungen hätten in diesem Song von Duncan anklingen können.

Ein dystopisch-fatalisches Roadmovie könnte "Borderlands Prayer" als Begleitmusik gebrauchen. Einfach fliehen aus verhärteten Fronten, einfach in ein Fahrzeug steigen und losfahren. Dabei ist stets der Wunsch nach Frieden und Geborgenheit, ausgedrückt in einer Ansprache eines als abwesend erfahrenen Gottes.

In "Us And Them And You And Me" geht es um eine Arche, die für den Ausbruch aus einem Leben gebaut wird, das bestimmt ist von Reality-TV, Zahlungen und dem Alltag eines geregelten Arbeitens. Es schwingt die Frage mit, ob dies wirklich alles sein kann. Das Durchgeplante und Strukturierte. Der Gesang wird unterstützt durch Drum-Samples, in denen ein gewisser Wahnsinn des Alltags mittransportiert wird.

Ein Song über Angst und das Sich-Selbst-Aus-Der-Angst-Ziehen. "Trembling" zeichnet sich durch schön platzierte Instrumentalteile aus. Das wiederholte "Trembling" des Titels klingt sehr nach dem "Children" aus dem gleichnamigen Song von NICK CAVE & THE BAD SEEDS. Mit mehr als zehn Minuten ist "Trembling" zwar lang, allerdings ohne nicht benötigte Längen. Der Aufbau beinhaltet einen Stimmungscrescendo von der Düsternis der Angst am Anfang hin zu lichteren Phasen gegen Ende.

Opiat-Rausch und eine glitzernde Stadt. Ein sphärisches Dahingleiten des Blicks über diese Stadt und die Autos, die sich durch ihre Straßen bewegen. De Quincey trifft Evans, sie vermengen ihre Gedanken zu einer ungewöhnlichen Ballade mit Alleinstellungsmerkmalen. Etwas Frisches, das ist "Poppy Tears".

In "I Know" geht es um eine/n ProtagonistIn, der oder die vor die Hunde geworfen wurde. Eine Apologie, eine Eruption der Emotion. Getragen, mit einer Note Post-Punk.

Die Hoffnung eines Deplazierten auf die mögliche erlösende Kraft der geliebten "Christabel". Klingt im Piano-Intro etwas nach der Titelmelodie von Game Of Thrones. Auch hier geht es u.a. um eine Lichtgestalt, die sich gegen dunkle Mächte stellt. In "Christabel" ist die Instrumentierung und die Melodie dezent, der Fokus liegt auf dem Text.

Wie rasch und kurzweilig die Zeit des Albums vergeht. "Time" bildet den Abschluss. Fatalistischer Folk, fokussiert formidabel auf Gesang und Gitarre. Mehr braucht es hier nicht, wenn es um das Vergehen der Zeit und um Momente des Scheiterns geht.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Thomas Trüter (24.08.2018)

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