OHRENFEINDT - Tanz Nackt

Artikel-Bild
VÖ: 31.08.2018
Bandinfo: OHRENFEINDT
Genre: Rock
Label: Metalville
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

OHRENFEINDT aus St. Pauli präsentieren ein schönes Motto mit „Tanz Nackt.“. Versprochen wird Oldschool-Rock, der in Form einer energiegeladenen Dreierbesetzung auch geliefert wird. Eine Neuerfindung des Genres darf man natürlich nicht erwarten, doch die drei St. Paulianer fahren inzwischen seit 1994 gut mit ihrem Sound.

Womit startet man ein Rock-Album am besten? Natürlich mit schnellem Auto und groovigen Riffs, die schwer nach AC/DC klingen. In dieser Tonart rifft und rockt das Album weiter, mit zum Schmunzeln anregenden deutschen Texten wie z.B. in „Hallo, Frau Doktor!“ - unnötiges zum-Arzt-Rennen wegen des Interesses an der heißen Ärztin soll ja doch nicht so selten sein... „Nichts kann dich bremsen“ fällt mit arg Mainstream-mäßiger Melodie und „Ahahah“-Gesängen ein wenig ab und ist einer der wenigen Schwachpunkte des Albums. „Schmutzige Worte“ wirkt musikalisch etwas unkonventionell, aber transportiert das Thema sehr passend, genau wie der Titelsong „Tanz Nackt.“, dessen Message man zwar nicht wirklich erörtern kann, aber zum abgefahrenen Text zumindest grinsen muss. Naggisch is ja schön, oder so. „Wenn das alles nicht mehr weh tut“ drückt dann doch etwas zu viel auf die Tränendrüse (und das Keyboard), klingt dabei zwar tatsächlich nach Liebeskummer und Frust, aber leider auch wie ein gequälter Hund. „Nix zu verlieren“ holt die Hörer, die beim vorhergehenden Stück vielleicht eingeschlafen sind oder aber bewusst weggehört haben, wieder rockig zurück ins Boot. Der anschließende Besuch beim „Rock'n'Roll Psychiater“ ist zwar textlich ziemlich vorhersehbar, aber macht (vielleicht auch genau deswegen) Laune! Ebenso wie das ultraflache „Bum Bum Ballet“, welches Ohrwurmpotenzial bereithält. Das Outro scheint, wie viele derselbigen, eigentlich überflüssig. Es klingt als wäre dem Produzenten hier am Schluss langweilig geworden und er hätte einfach nur tief in seine Effektkiste gegriffen.

Fazit: Es wird genau das geliefert, was versprochen wurde. Vorhersehbarer, kantiger Oldschool-Rock, der dem Freizeitrocker gut in den Ohren liegt. Die Texte sind zwar etwas platt, haben dabei aber keinen Fremdschämfaktor und passen gut zu einer entspannten Wochenend-Rockparty. Laut aufdrehen nicht vergessen!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Marc Folivora (31.08.2018)

WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: NIGHTWISH - Decades: Live In Buenos Aires
ANZEIGE