DUNGEON WOLF - Slavery Or Steel

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VÖ: 07.09.2018
Bandinfo: DUNGEON WOLF
Genre: Heavy Metal
Label: Iron Shield Records
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Lineup  |  Trackliste

Drei Metal-Enthusiasten machen ein Album – das ist der Stoff, aus dem Träume sind. War das auch die Intention, als DUNGEON WOLF voll Leidenschaft „Slavery Or Steel“ einspielten? Das Gebotene wird jedenfalls als eine Mischung aus Progressive, Epic, Power, Speed und Old School Metal beschreiben, was neugierig macht.

Mit „Hidden Dreams“ fängt das Album brauchbar im Bereich von US-Powermetal an, bis nach Ablauf von etwa 50 Sekunden der erste Prog-Versuch und in der Folge der so ziemlich grauenerregendste Falsettgesang beginnt, der jemals meine Ohren gefoltert hat. Eigentlich ist es nicht einmal ein vollwertiger Falsett, den Sänger/Gitarrist Deryck Heignum da vom Stapel lässt, sondern eher ein Versuch, mit künstlich kieksender Stimme auf komödiantische Weise Frauengesang zu imitieren. Das Zusammenspiel aus musikalisch solidem Power Metal in moderatem Tempo, mit brauchbaren „normalen“ Vocals und regelmäßigen, sehr schmerzhaften Eiertritten – anders kann ich mir diese 'Geräusche' nicht erklären, wirklich nicht! - zieht sich dann mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit quer durch das Album. Als einziger Song brauchbar ist der Titelsong „Slavery Or Steel“, der zumindest größtenteils auf Gesang setzt, der diesen Namen auch verdient, aber dafür mit einem Ewigkeits-Solo an den Nerven zehrt. „Borderlands“, so etwas wie eine Ballade, mutiert zur gesanglichen Vollkatastrophe und danach ist das Album in seiner abartigen Mischung in etwa wie ein schrecklicher Autounfall: So sehr es einen auch schockiert, man schafft es nicht, wegzuhören. Wenn das versucht-raue Gegröle von „Lord Of The Endless Night“ - natürlich inklusive Schmerzgeschrei vom Sänger – endlich ausklingt, dann fühlt man sich direkt erleichtert. Aural geschändet zwar, doch erleichtert, dass es nun endlich vorüber ist.

Doch jetzt mal im Ernst: Das ist doch eine Parodie, oder? Das muss eine Parodie sein. Man sehe sich alleine das Cover an, das in seinem Dilettantismus mit aller Gewalt um den Preis des unterirdischsten Coverartworks der Metalgeschichte rittern möchte. Spätestens wenn man die zwar durchaus brauchbare Musik, aber den mit Fortdauer des Albums absolut unerträglichen Gesang gehört hat, ist man davon überzeugt, dass diese Fail-Compilation des Metals nicht ernst gemeint sein kann. Falls doch, dann rangiert „Slavery Or Steel“ verdammt weit oben in der Liste der Anwärter auf das schlechteste Metal-Album aller Zeiten. Einen gewissen trashigen Unterhaltungsfaktor kann man DUNGEON WOLF aber nicht absprechen – vorausgesetzt man steht auf Schmerzen in der auditiven Wahrnehmung.



Bewertung: 0.5 / 5.0
Autor: Marc Folivora (03.09.2018)

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