ABANDONED BY BEARS - Headstorm

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VÖ: 24.08.2018
Bandinfo: ABANDONED BY BEARS
Genre: Alternative Rock
Label: Victory Records
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Lineup  |  Trackliste

Kennt ihr schon den kleinen Bruder von FOUR YEAR STRONG aus Schweden? Nein? Wenn ihr sehnsüchtig auf neues Material von FOUR YEAR STRONG wartet, dann sind ABANDONED BY BEARS vielleicht genau das Richtige, um die Wartezeit zu verkürzen...

Auf den ersten Blick würde man gar nicht meinen, dass die Truppe aus Schweden stammt, weil sie das stark in Amerika verbreitete Genre, den Easycore, komplett adaptiert hat. Und glaubt mir wenn ich sage, dass ihr im ersten Moment denken werdet, ihr würdet einem FOUR YEAR STRONG Album lauschen. Zwei Sänger, einer mit einer eher hohen Stimme ausgestattet, der andere mit einer tiefen, dazwischen selten ein paar Screams und zack, ABANDONED BY BEARS sind geboren. Zugegeben, kreativ ist der Sound nicht, den die Jungs anstreben, aber sie machen dennoch einen guten Job. Das relativ flotte "So Far Gone" schallt mit angenehmen Klängen aus den Boxen und lässt den Spätsommer nochmal aufleben. Der Titeltrack tendiert schon fast eher zur Poppunk-Richtung und wirkt relativ seicht, beißt sich durch seine sehr melodische Komponente aber ohne weiteres in den Gehörgängen fest. Was ABANDONED BY BEARS ein wenig abgeht im Vergleich zu den großen Brüdern, sind eben auch gleichzeitig die großen Melodien, die in diesem Genre durchaus eine gewichtige Rolle spielen. Während ich ein "Enemy Of The World" von FOUR YEAR STRONG heute noch aus dem Effeff mitgröle, gleicht hier ein Song dem anderen. Die Platte kommt nicht so richtig aus sich raus und wenn sie es wie beim Rausschmeißer "Greyscale" tut, ist es leider schon ein bisschen zu spät. Hier wird mal richtig vom Leder gelassen und man packt eine fette Portion Brutalität drauf, die am Ende von einer Gänsehautmelodie abgelöst wird. Derartige Experimente oder prägnante Momente hätte ich mir häufiger gewünscht. Zwar weiß selbst eine Ballade wie "Outrun Reality" zu gefallen, aber das ist dann doch alles zu beliebig, um in einem Genre, das überfüllt ist mit Bands, zu bestehen.

"Headstorm" ist wahrlich keine schlechte Scheibe und zum zwischendurch Hören bestens geeignet. "Zwischendurch hören" ist aber auch quasi das einzige Prädikat, was diesem Album zuteil wird. Es wird kein Meilenstein in diesem Genre und es wird genausowenig dafür sorgen, dass man aus den Staaten neidisch nach Schweden blickt. Solide trifft es hier ganz gut. Ein kurzer feuchter Spätsommer und alles ist wieder vorbei.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Sonata (29.08.2018)

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