NONPOINT - X

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VÖ: 31.08.2018
Bandinfo: NONPOINT
Genre: Modern Metal
Label: Spinefarm Records
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Lineup  |  Trackliste

Für mich sind NONPOINT in einer Liga angesiedelt, die sich auf dem Level von SLIPKNOT, RAGE AGAINST THE MACHINE oder AVENGED SEVENFOLD bewegt. Leider haben sie es bei uns nicht zu dieser Bekanntheit geschafft, obwohl sie es bei ihrem Musikmix, dem ausgefeilten Sound und den coolen Videos, die sie regelmäßig liefern, absolut verdient hätten. Nach 20 Jahren Band gibt es nun das zehnte Album von ihnen – kurz genannt „X“.

Die coole knackige Härte spielt sich wie gewohnt durch das Album. Egal ob es die beinharten Themen sind, die sie ansprechen, die aufrüttelnden Videos, die sie präsentieren, oder die Grooves und fetten Hip-Hop-Einflüsse…

Um die Essenz von NONPOINT zu erklären, zitiere ich am besten aus der mir vorliegenden Promotion-Beschreibung, weil die in wenigen Worten genau das ausdrückt, was NONPOINT ausmacht. Ausnahmsweise ist das mal keine leere Marketingfloskel, sondern Realität: NONPOINT liefern „experimentierfreudigen modernen Metal, der brachial und kraftvoll, vor allem aber ohne Berührungsängste mit anderen Genres ist.“. (Noisolution /Spinefarm/NONPOINT)

Mit dem Opener „Empty Batteries“ rammen sie einem dann mit den Riffs auch gleich entsprechend die Tür ein, und setzten mit „Chaos And Earthquakes“ gleich noch einen drauf. Bass dominierte Power und geniale Riffs, aggressiv-aufrüttelnde Vocals, einfach ein ausgezeichnetes Stück wütender Hip-Hop-Metal in seiner Urform – am besten das Video zu diesem Song ansehen, weil es zeigt sehr gut die Kraft, die in der Band lebt und die sie mit allen Mitteln kommuniziert. Elias Soriano ist ein begnadeter Frontman für diesen Sound. Er verkörpert seine Lyrics, überbringt glaubhaft Brachial-Emotionen, liefert alles von Screams über Rap, Hip-Hop bis zu cleanen Vocals. Die Rhythmus-Mannen sind absolut tight in ihrem Sound, nicht zu vergessen die Sechssaiter, die gezupft werden, um die entsprechende Wucht zu erzeugen.

„X“ besteht aber nicht nur aus Brachialsound. „Fix This“ ist gut gesungen – ein im Vergleich zu den anderen Nummern ruhiger Song, wie üblich stark im Bass, und mit seinem Vibe kratzt er gelegentlich stark am Mainstream, ohne aber wirklich dort zu landen, dafür sind die Instrumentalparts zu heavy und zu gitarrenlastig.
„Crashing“ ist ebenfalls ein wenig ruhiger, bevor es mit „Passive Aggressive“ wieder den typischen NONPOINT Druck und die starken Vocals gibt. Das nächste Highlight dann „Dodge Your Destiny“. Hier sitzt die Wut tief im Bauch. Die Beats rumoren heftig in der Magengegend und bei den Lyrics findet man sich auch schnell wieder – es geht darum, sein Schicksal selbst zu bestimmen und manche Dinger hinter sich zu lassen.

Melodischer und mit einem ordentlichen Metal Groove der live sicher als Moshpit endet ist „Wheel Against Will“. Ein Rhythmus zum Mitstampfen und Klatschen, plus passender Chorus zum Grölen – das ist ihre Art von Party Song würde ich mal sagen. Einerseits beklemmend, andererseits aber zum die Sau raus lassen.

Gegen Ende des Albums wird es ruhiger, nachdenklicher, melodischer. Zuerst mit „Milestone“, dann die Ballade „Feel The Way I Feel“ mit Biss im Refrain. Ein paar harte Takte sorgen hie und da für Abwechslung, insgesamt bleibt es aber eine Ballade, schön gesungen, mit klaren, ruhigen, eindringlichen Riffs und viel Backing Vocals der Chor-Knaben-Gang. „Position One“ liefert einen guten Ausklang, schließt aber nicht an den knackig-wütenden Metal-Krachern an, für die sie bekannt sind.

Fazit: Wie üblich zeigen NONPOINT viele Einflüsse und legen sich nicht auf eine einzige Richtung fest. Aber sie werden mit den Jahren zahmer. Meilensteine und Kracher wie „Bullet With A Name“ oder „Breaking Skin“ finde ich nicht auf dem Album.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (06.09.2018)

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