ORBIT CULTURE - Redfog

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VÖ: 06.04.2018
Bandinfo: ORBIT CULTURE
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

ORBIT CULTURE sind eine vierköpfige Melodic Death-/Groove Metal Formation aus Eksjö, Schweden, die vor rund fünf Jahren gegründet wurde. Ihre Diskographie zählt aktuell drei EPs und zwei LPs. Die Band ist bisher hauptsächlich in Schweden aktiv. Für ihre dritte EP "Redfog" hat das Quartett kein richtiges Konzept vorbereitet, wirkt dadurch aber keineswegs verplant oder strukturlos, sondern bietet eine erfrischende Mischung aus brachialem Sound mit softeren Einschlägen und ist dabei durchgehend enorm melodiös und einnehmend unterwegs. In den Lyrics werden Themen behandelt, die auch schon in vorangegangenen Werken vertreten waren, unter anderem Angst. Obwohl die Band noch nicht so lange besteht, klingt sie bereits enorm professionell; auch die Tatsache, dass alles in Eigenproduktion entsteht, da ORBIT CULTURE nicht bei einem Label unter Vertrag sind, sollte hierbei nicht außer Acht gelassen werden. Auch ihre Herkunft aus dem Epizentrum des Metal-Genres lässt sich auf ihrem fünften Werk "Redfog" nicht leugnen.

ORBIT CULTURE kommen sehr brachial daher, ohne dabei jemals die Melodik auf der Strecke zu lassen. Einen Teil dazu trägt sicher auch der cleane Gesang bei, der auf "Redfog" weit häufiger vertreten ist als noch auf dem Vorgänger "Rasen". Frontmann Niklas Karlsson übernimmt neben der Gitarre auch beide Vocal-Arten und liefert dabei ein Stimmspektrum mit Wiederkennungswert.
Ohne große Umschweife beginnt die fünf Songs umfassende EP mit dem namensgebenden "Redfog" und legt die Tempo-Messlatte sofort enorm hoch. Knappe sechs Minuten brettert sich das Quartett durch den ersten Track und zeigt eindrucksvoll, wieso ORBIT CULTURE so einige Hörer in der Instrumental-Führung an GOJIRA erinnern und bei den Vocals Erinnerungen an einen jungen JAMES HETFIELD wach werden. Mit "See Through Me" kommt man in den Genuss einer kleinen Verschnaufpause, die durch ihren Sing-A-Long-Charakter allerdings nicht weniger packend ist, ehe es mit "Saw" wieder mit Vollgas weitergeht. Die Band treibt das Tempo weiter an, Riffs und Vocals haben eine gewisse Sogwirkung auf mich. Zum wiederholten Male wünsche ich mir, die Songs auch live erleben zu können. Größere Touren sind in naher Zukunft aber leider noch nicht abzusehen.
Mit "The Newborn One" kommt es dann zu Beginn wieder zu einem kurzzeitigen Kontrast; das Tempo wird hier zunächst gedrosselt, ORBIT CULTURE ließen hier auch Klänge von Streichinstrumenten einfließen, die für eine leichte Dramatik sorgen. Erneut kommt Niklas Karlssons Klargesang, der seiner gutturalen Darbietung in nichts nachsteht, zum Einsatz und erzeugt damit zusätzlichen Ohrwurmcharakter im Refrain. Mit dem letzten Song, "Way Of The Masses", wird nochmal kräftig in die Uptempo-Kerbe gehauen, ehe die 30-minütige EP genauso endet, wie sie begonnen hat: beeindruckend und mitreißend.

Fazit: Die fünf Songs auf "Redfog" bieten nicht nur kurzweilige Unterhaltung, sondern sind definitiv Dauerrotations-Material einer außergewöhnlichen Band, die bereits jetzt locker mit Genre-Vorreitern mithalten kann und von der man in den kommenden Jahren sicherlich noch so einiges hören wird.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (13.09.2018)

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