DISTORTED HARMONY - A Way Out

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VÖ: 19.07.2018
Bandinfo: Distorted Harmony
Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

DISTORTED HARMONY sind schon ein paar Mal als das „next big thing“ im Prog-Bereich gehailt worden, beim Debütalbum „Utopia“ (2012) und auch beim Nachfolger „Chain Reaction“ von 2014. Zum weltweiten Durchbruch hat es noch nicht gereicht, aber der Bekanntheitsgrad der Israelis ist schon gestiegen. Vor allem live haben die Jungs in den letzten Jahren mit Performances bei diversen Festivals (unter anderem beim selbstveranstalteten „DH Fest“ in Tel Aviv) von sich reden gemacht.

Vier Jahre nach „Chain Reaction“ legen DISTORTED HARMONY mit „A Way Out” endlich auch Studiomaterial nach, wieder in Eigenregie produziert und herausgebracht. Musikalisch hat sich seitdem nicht allzu viel geändert, noch immer macht das Sextett sehr geschmeidigen Prog mit symphonischen Ausflügen und Anleihen im Alternative-Bereich. Also irgendwo im Schnittbereich zwischen HAKEN, COHEED AND CAMBRIA und PERIPHERY.

Die erste Albumhälfte kommt ganz stark daher – zwar dauert es ein paar Hörschleifen, aber dann stellt sich bei „Downfall“, „Awaken“ oder „Severed“ viel Freude ein, die Mixtur aus krachenden Gitarren, schillernden Keyboards und eingängigen Melodien ist den Jungs gut gelungen. Die Spannungsbögen der Songs passen auch, mit gelungenen Wechseln zwischen ruhigen Momenten und heftigen Riffattacken. „Awaken" startet z.B. fast balladesk, bevor fetter Groove die Plätze mit lässigen Instrumentalparts und einem Ohrwurm-Refrain tauscht. „Severed" dagegen hat ein ganz starkes Alternative-Feeling und ist der gefühlte Hit des Albums. Und „Room 11" hat die fettesten Riffs, NEVERMORE lassen hier kräftig grüßen.

Die zweite Albumhälfte fällt dagegen etwas ab, mit „Puppet On Strings“ oder „Anima“ sind hier auch Leerläufe zu verzeichnen. Zwar blitzen immer wieder lässige Parts auf (der Groove bei „We Are Free“ oder die Keyboards bei „Time And Time Again“), aber insgesamt bleibt zu wenig hängen, es wirkt alles gefällig, aber auch etwas zahnlos.

Im Vergleich zum Vorgänger wirken die Songs über die gesamte Albumlänge noch um eine Ecke kompakter, die viele Live-Erfahrung hat DISTORTED HARMONY sichtlich auch beim Komponieren geholfen. Allerdings sind gefühlt dabei auch die letzten Ecken und Kanten weggeschliffen worden, und aus „geschmeidig“ ist – vor allem in der zweiten Hälfte des Albums – fast „konturlos“ geworden.

„A Way Out“ ist damit zwar noch immer ein gutes Album, das vor allem bei entspannteren Progheads seine Fans finden wird, zum weltweiten Durchbruch wird es aber auch mit diesem Album nicht reichen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Luka (16.09.2018)

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