FIT FOR A KING - Dark Skies

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VÖ: 14.09.2018
Bandinfo: FIT FOR A KING
Genre: Metalcore
Label: Solid State Records
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Lineup  |  Trackliste

Habe ich schon erwähnt, dass „Dark Skies“ für mich DER Hoffnungsträger des modernen Metalcore anno 2018 war? Keine Sorge, die Frage ist rein rhetorisch, natürlich habe ich das (zumindest so ähnlich) schon in unserer Story zu den heißesten Releases des laufenden Jahres bereits fallen lassen. Nachdem bereits die Hälfte des gesamten Albums vorab als Singles (kann man das noch so nennen?) veröffentlicht wurde, stellen uns FIT FOR A KING nun zum Release-Tag freundlicherweise die andere Hälfte in einem Rutsch zur Verfügung. Als einzelne Songs konnten sich „Tower Of Pain“, „Backbreaker“, „The Price Of Agony“ & Co. durchaus behaupten, doch wie steht es um die Platte als Gesamtwerk?


Bereits die Eröffnung „Engraved“ zeigt: Die Qualität der in der Promophase veröffentlichten Songs war bezogen auf „Dark Skies“ alles andere als Blendwerk. Auch hier fügen sich Melodie und Härte in einer asymmetrischen Songstruktur zu einem fast fünfminütigen Konstrukt zusammen, das gleich mehrere Höhepunkte bietet. Das darauffolgende „The Price Of Agony“ setzt hier noch einen drauf: WHILE SHE SLEEPS-artiges Riffing, ein absoluter Ohrwurmrefrain und eine starke Dramaturgie machen den zweiten Track von „Dark Skies“ zu nichts anderem als einer ebenfalls fast fünfminütigen Bewerbung für die großen Bühnen anstehender Sommerfestivals. FIT FOR A KING setzen jedoch nicht durchgehend auf ‚Massentauglichkeit‘, und das ist auch gut so. Mit „Backbreaker“ zeigen sie, dass sie die Kunst, Securities und Sanitäter von Konzertvenues weltweit in Angst und Schrecken zu versetzen, nicht verlernt haben – im Gegenteil.  Noch nie klang die Härte der Band derart auf den Punkt gebracht und durch minimalistische Brachialität noch weiter gefiltert und konzentriert. Auch „Anthem Of The Defeated“ bedient sich ähnlicher Elemente. Die Verbindung des heftigen Marschtempos mit flatternden Bass- und Gitarrenseiten gibt dem Song eine Energie, die man in dieser Art nur noch selten im Genre findet.


Was mit „When Everything Means Nothing“ balladenartig startet, entwickelt im Verlauf seine ganz eigene Sogkraft, die sich auch vor harten Passagen nicht scheut. FIT FOR A KING gelingt es hier, unterschiedliche Stile unter einem gemeinsamen Motto gekonnt zu vermischen und sie sich gegenseitig ergänzen zu lassen – was dem nachfolgenden „Youth | Division“ leider nur bedingt gelingt. Zum Glück wendet sich „Dark Skies“ mit „Shattered Glass“ und „Tower Of Pain“ anschließend wieder härteren und stärker geschriebenen Gefilden zu. Ganz wohlig stellen sich mir die Nackenhaare auf, wenn ich mir Securities im Graben vorstelle, die schon bei „Backbreaker“ ins Schwitzen kamen und nun beim stilvoll gesetzten ‚All I know is violence!‘ in „Shattered Glass“ endgültig die Hände über dem Kopf zusammenschlagen; auf der Suche nach einer Möglichkeit der Schadensbegrenzung. Mit „Debts Of The Soul“ und „Oblivion“ findet „Dark Skies“ einen gefühlvollen Abschluss, der zwar für sich genommen gut funktioniert, im Kontext der Platte aber leicht deplatziert wirkt. So bemühen sich FIT FOR A KING zwar, zumindest einen lyrischen Rückschluss zur in „Engraved“ aufgeworfenen Frage: ‚Will I stay a memory?‘ zu schaffen, wirken aber in Sachen Konzeptalbum ein wenig unbeholfen. Für sich genommen bleibt aber wenigstens „Oblivion“ ein absoluter Banger, der die musikalische Evolution der Band gut auf den Punkt bringt.


Ist „Dark Skies“ somit das Genremonument geworden, das ich mir erhofft habe? Sicherlich nicht. Aber habe ich wirklich daran geglaubt? FIT FOR A KING haben hier zweifellos das beste Album ihrer bisherigen Karriere geschrieben und produziert, so viel ist sicher. Besonders die Produktion muss abschließend lobend hervorgehoben werden: Die gesamte Platte ist derartig fett und auf den Punkt gemixt und gemastert, dass sich so einige ‚hochkarätigere‘ Bands des Genres hier das ein oder andere mitschreiben können.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (20.09.2018)

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