HEIR APPARENT - The View From Below

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VÖ: 15.10.2018
Bandinfo: HEIR APPARENT
Genre: Progressive Metal
Label: No Remorse Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Nostalgische Gefühle kommen bei mir auf, wenn ich an meine erste HEIR APPARENT Scheibe denke, die ich im zarten Alter von 16 Jahren im damaligen Plattenladen meines Vertrauens erstanden habe und andächtig der Töne gelauscht habe, die mir da entgegenschallten. Progressiver US-Metal im Stile von Queensyrche & Co. waren auf  der Killerscheibe "Graceful Inheritance"  angesagt, mit der die Band 1986 debütierte. Leider war Ihnen kein so grosser Erfolg beschieden wie ihren Kollen um Geoff Tate, obwohl sie allemal das Zeug dazu gehab hätten. Nach der Zweitscheibe "One Small Voice" von 1989 gingen dann bei HEIR APPARENT leider die Lichter aus.

Angeknippst wurden diese wieder Anfang der 2000er, als die Band in veränderten Lineup wieder vermehr auf der Livebühne tätig war, zwar nicht mehr im Original-Lineup, aber denen, die dort waren, hat es ausnehmend gut gefallen.

Wie ist nun der dritte HEIR APPARENT-Streich nach 1986 und 1989 auf Konserve ausgefallen? Leider muss ich sagen doch etwas durchwachsen. Wer einen weiteren unsterblichen Klassiker erwartet hätte, wird wohl etwas enttäuscht werden. Geht man ohne große Erwartungshaltung an die Scheibe heran, ist sie letztlich doch ein knapp überdurchschnittliches Prog-Album.

Die ersten beiden Songs "Man In The Sky " und "The Door" starten recht kraftvoll durch. Bereits hier fällt jedoch der etwas kraftlose Drumsound ins Gewicht. Klingt reichlich dünn das Ganze. Zum Glück ist Terry Gorles Gitarre dafür umso prominenter gemixt. Der Kerl kann nach wie vor spielen wie ein Derrwisch und ist der unumstrittene Star der Platte.

Mit "Here we aren't"  gibt es die erste balladeske Nummer, die an mir jedoch  höhepunktslos vorbeiplätschert. Wenn das Gitarrensolo zum Ende hin nicht wäre, der erste Ausfall. "Synthetic Lies" reisst mich daraufhin auch nicht wirklich zu Begeisterungsstürmen hin. Der neue Sänger überstrapaziert hier auch seinen rauheren Gesangsanteil. Sein cleaner Gesangsstil kommt da doch um einiges besser rüber.

"Saviour" entschädigt für die zwei eher schwachen Vorgänger. Ein schneller Doublbassknaller mit fettem Bassanteil stellt einen der Highlights auf "The View From below" dar. Wird live sicher extrem gut abgehen!

"Further and Farther" erinnert mich arg an Fates Warning, ohne jedoch deren Klasse zu erreichen. Ein Song, der leider auch etwas vor sich hinplätschert. Bei einem Song von 7 Minuten Länge macht sich da doch etwas Langeweile breit. "The Road To Palestine" ist titelgerecht etwas orientalisch "Kashmir"-like angehaucht und stellt mit 7 1/2 Minuten den längsten Song des Silberlings dar. Sicherlich kein schlechter Song aber über volle Länge doch leider etwas langatmig. Rythmus- oder Tempowechsel hätten dem Song doch etwas gut getan.

Wäre der Reviewer nun böse, würde er behaupten, dass der mit Glockenläuten eingeleitete "Insomnia" betitelte Song treffend betitelt wurde, weil ein paar Songs doch etwas schläfrig sind. Auch dieser Track zieht sich über die Sechsminutenmarke und auch wieder  in einem recht schleppendem Tempo. Zudem zündet  der Refrains auch hier nicht wirklich.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich nach Genuss der 8 Songs auf "The View From Above" doch etwas Ernüchterung breitmacht, so schön es auch ist, dass die Truppe wieder aktiv ist. Auf der Plusseite steht die grandiose Gitarrenarbeit von Terry Gorle sowie die weitgehend sehr gute Gesangsleistung von Will Shaw. Dem gegenüber stehen jedoch etliche Songs, die leider nicht so recht zünden wollen und etwas langatmig vor sich hinploddern. Ein paar weitere flottere Songs bzw. mehr Abwechslung in den Longtracks hätte der Platte gutgetan. Ebenso ist beim Drumsound noch gewaltig Luft nach oben. Alles in allem eine doch eher zwiespältige Angelegenheit. Die zwei Erstlinge bleiben (wie erwartet) unerreicht. Live zusammen mit den alten Klassikern aber wohl sicher eine Pflichtveranstaltung.


 

 

 

 

 

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (13.10.2018)

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