SKALD - Skald

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VÖ: 20.07.2018
Bandinfo: SKALD
Genre: Folk Rock
Label: Solstice Promotions
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Lineup  |  Trackliste

SKÀLD, ein zum aktuellen Zeitpunkt noch sehr junges Projekt, liefern mit "Les chat des Vikings" ein stimmungsvolles Album ab. Geschichten von nordischer Mythologie, in einer Sprache, die nach Isländlisch oder Norwegisch klingt. Dazu Klänge von Laute und Percussion.

"Enn átti Loki fleiri börn" ist kurz. Für diejenigen, die mit der verwendeten Sprache nicht vertraut sind, kommt wahrscheinlich einzig der Name Loki vertraut vor. Derjenige Loki, durch den der Mjölnir der Sage nach nicht plangemäß angefertigt werden konnte.

Was wären nordische Erzählungen, was wären die Skalden ohne die Runen. Poetisch-mythische Schriftzeichen, oft auf Steintafeln der Nachwelt überliefert. Die Musik beschränkt sich auf dezente Percussions und Lautenklänge, das Hauptaugenmerk liegt auf dem Gesang von Justin Galmiche. Die tieferen Stimmen im Hintergrund unterstreichen die Wehmütigkeit. Das ist "Rún".

Bei "Valfreyjudrápa" klingt eine Markt- oder Festlichkeits-Szenerie an. Tanzbare Streicher und Percussions treffen auf einen ausgewogenen mehrstimmigen Gesang. Keine Wehmütigkeit ist hier zu hören, vielmehr Lebensfreude und Frohsinn.

Plätscherndes Wasser und eine reduzierte Harfenmelodie finden sich in "Níu". Der weibliche Gesang steht auch hier wieder im Vordergrund, dazu dezente Trommelschläge und männliche Stimmen, die ein mehrstimmiges Echo erzeugen. Über die Wasser hinweg, mit dem Wind über das Meer segeln und die Liebsten in der Heimat vermissen. Stimmungsvoll. Fast schon etwas zu kurz.

Metall auf Metall, ein Schmiedehammer, der rhytmisch auf eine Klinge einschlägt und ein Schleifstein, der diese Klinge schärft. Dazu ein geschwinder Trommelrhytmus und eine geschäftige Stimmung, unterstrichen von Geigentönen. Der Titel "Flúga" wird des Öfteren wiederholt. Es werden Vorbereitungen getroffen, es herrscht Aufbruchstimmung.

Der "Gleibnir", der den Fenrir bis zum Ragnarök bindet, klingt nach einer Mischung aus Hammerschlägen und Marschgeräusch. Moment der Herstellung oder seines Zerreissens. Rhytmisch und mitnehmend.

Wer jetzt noch nicht die Nase gestrichen voll hat, kann bei "Krákumál" den nach Sehnsucht klingenden Streichern lauschen. Wieder ein poetisches Klangwerk. Es klingt hier eine Seefahrtszene auf, in der ein Drachenboot über ein glattes Meer fährt.

Mit "Ó Valhalla" und "Yggdrasill" werden zwei zentrale Orte der nordischen Mythologie besungen. Der Ort für die in der Schlacht Gefallenen und die Welteneiche kulminieren hier in Klängen. Auch der weise Allvater "Ódinn" darf auf diesem Album nicht fehlen, der für seine Weisheit ein Auge lies.

Das Hauptaugenmerk liegt auch bei "Ec man iötna" auf dem Gesang, der hier mehrstimmig daherkommt. Begleitende Musik fehlt hier vollständig, was dem Werk keinen Abbruch tut.

Fazit: Die Stimmung der Landschaften, aus denen die verwendeten Sagen stammen, wird aufgenommen und verklanglicht. SKÁLD stehen ganz in der Tradition der Skalden.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Thomas Trüter (08.10.2018)

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