BEHEMOTH - I Loved You At Your Darkest

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VÖ: 05.10.2018
Bandinfo: BEHEMOTH
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

BEHEMOTH schwimmen in den letzten Jahren auf einer nicht enden wollenden Erfolgswelle. Spätestens seit „The Satanist“ (2014) sind die polnischen Blasphemisten zu den erklärten Lieblingen der Szene (und teils darüber hinaus) aufgestiegen, was sich die Gruppe mit stets hochwertigen Veröffentlichungen und brillanten Auftritten redlich verdient hat. Mit „I Loved You At Your Darkest“ widmen sich BEHEMOTH der undankbaren Aufgabe, an das hochgelobte Erfolgsalbum anzuknüpfen.

Thematisch gibt es keine Evolution, BEHEMOTH wettern nach wie vor gegen das Christentum. Ohne Umschweife gibt der Kinderchor im Intro mit den Worten „I shall not forgive - Jesus Christ - I forgive him not“ die thematische Ausrichtung vor. Während sich andere Gruppen des Genres immer stärker von dieser Grundthematik entfernen, konzentrieren sich BEHEMOTH immer noch ausschließlich auf Kritik am Christentum. Was bei anderen Bands längst lächerlich wirken würde, hat bei den polnischen Musikern aufgrund ihrer persönlichen Situation noch immer höchste Relevanz und wirkt nicht aufgesetzt, sondern authentisch. Als Band aus einem erzkatholischen Land wie Polen, haben BEHEMOTH tatsächlich heute noch Probleme mit staatlichen und kirchlichen Institutionen wegen ihrer Kunst, weshalb sich die Gruppe in zahlreichen Prozessen gegen immer neue Anfeindungen verteidigen muss. Auf das Intro folgt mit „Wolves Ov Siberia“ das erste Highlight. Das anfänglich melodische Riffing, welches von geschickt akzentuiertem Drumming kontrastiert wird, entwickelt sich zu einer Blast-Raserei, die letztendlich mit flirrenden Gitarren ausklingt. Das folgende „God = Dog“ verdeutlicht dann erstmals die stilistische Ausrichtung des Albums. Erlaubt ist was gefällt und frei nach diesem Motto kombinieren BEHEMOTH verspielte Elemente mit Blast-Gewittern und verpacken stilistisch unterschiedlichste Elemente geschickt in einer dynamischen Steigerung, welche am Ende im vom Intro bekannten Kinderchor gipfelt. Dieses Konglomerat verschiedenster Stilistiken kristallisiert sich als verbindendes Element von „I Loved You At Your Darkest“. Ein Konzept, das bei den bereits genannten Stücken, aber auch dem symphonischen „Ecclesia Diabolica Catholica“ oder dem mystisch verträumten „Bartzabel“ ausgezeichnet funktioniert. Demgegenüber stehen „If Crucifiction Was Not Enough“, „Rom 5 8“ oder „We Are The Next 1000 Years“, die allesamt insgesamt zerfahren wirken und sich in ihrer stilistischen Bandbreite nicht schlüssig verbinden wollen.

Unter dem Strich muss zuallererst festgehalten werden, dass BEHEMOTH die Mammutaufgabe, an „The Satanist“ anzuknüpfen, mehr als respektabel meistern. „I Loved You At Your Darkest“ funktioniert gesamt gesehen trotz vieler unterschiedlicher Stile überraschend gut, fokussiert man jedoch einzelne Songs, zeigen sich doch Qualitätsunterschiede zwischen den Stücken, und in diesem Punkt hat das vorangegangene Werk eindeutig die Nase vorn. BEHEMOTH setzen mit „I Loved You At Your Darkest“ ein erneutes Ausrufezeichen in ihrer einzigartigen Karriere, das aber verglichen mit dem direkten Vorgänger aufgrund der nicht durchgängig homogenen Qualität den Kürzeren zieht.

Dieses Review ist Teil unseres BEHEMOTH-Gangbangs, den ihr hier finden könnt!

Wir haben Nergal auch ein paar Fragen zum Stand der Dinge im BEHEMOTH-Lager und zur neuen Scheibe gestellt. Was er dazu sagt, könnt ihr HIER lesen!




Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Michael Walzl (02.10.2018)

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