CROWHEART - Plague King

Artikel-Bild
VÖ: 26.10.2018
Bandinfo: CROWHEART
Genre: Symphonic Black Metal
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Hat jemand Lust auf einen Trip in die Hölle? Alles einsteigen und los geht’s. Die steirische Band CROWHEART geht mit Ihrer rasanten, wunderbaren Synthese aus atmosphärischem Black Metal  und höchst aufwändigen orchestralen Bombast zu Werke. Mit dem Opener „Tycoon“ fahren sie gleich mit entsprechendem Breitwandformat auf. Man hört hier speziell beim Gesang Einflüsse aus der Nordischen Welt der satanisch angehauchten harten Klänge mitsamt seinen dämonischen Schreien heraus. Im Mittelteil wird das Tempo gedrosselt und die Band klingt wie eine verschärfte Version von EPICA und Konsorten. Auch die Akustikspielereien im Song sind nicht bloß langweiliges Beiwerk sondern mit positivem Pathos besetzte, im Songkontext Sinn machende Einsprengseln. Absolut grandios kommt der knapp 10minütige Song „Plague King“ daher, der alle Faszinationen der skandinavischen Schwarzwurzelszene Szene wie WOLFHEART, DIMMU BORGIR oder WINTERSUN perfekt vereint. Über allem thront eine gewaltig epische Produktion, die man von diversen Hollywood Soundtracks kennt. Hinter den ersten beiden Songs steht ein Konzept und gehören folgerichtig zusammen. Es geht dabei um einen vermeintlich großen König, der streng über sein Reich herrscht, dessen Machtgier ihn allerdings langsam aber stetig in den Wahnsinn treibt, wie „Plague King“ dies dann beschreibt.

Richtig flott biegt „Unnatural Selection“ um die Ecke. Hier treffen wütende Blast Attacken mit richtig giftigen Black Metal-Gekeife auf getragenen Parts mit cleanen Vocals und jede Menge symphonische Elemente aufeinander. Gegen Ende des Songs verleiht der cleane Gesang von Dave Slut dem Ganzen ein ganz spezielles AMORPHIS - mäßiges Flair. Das furiose Finale „New Horizon “ überrollt dich wie ein Orkan, bombastisch, eingängig und episch. Die Band ist immer auf der Suche nach eingängigen Melodien, die sich trotz der Härte wie ein roter Faden durch das gesamte Album ziehen. Die vier Songs dokumentieren die Fähigkeit der Band, interessante Black Metal-orientierte Songs zu schreiben, die einerseits stark vom Symphonic Metal beeinflusst sind, andererseits auch melodische Elemente offenbaren. Diejenigen, die mit Österreich bisher nur Mozartkugeln oder Wiener Schnitzel in Verbindung bringen konnten, sich aber für harte Musik interessieren, sollten sich den Namen CROWHEART auf jeden Fall merken. Dieses Hammerteil ist dazu prädestiniert, das Kaffeekränzchen der Nachbarin zu sprengen und in eine Höllenparty zu verwandeln. Kompromisslos, symphonisch, heavy und einfach nur genial.

Warum also im Ausland nach der nächsten Extreme-Metal-Sensation suchen, wenn man quasi vor der Haustüre eine des stärksten Bands in diesem Genre hat? Die Mini-CD verfügt über ausreichend Druck und lässt musikalische Finessen nicht vermissen. Man sollte sich die Scheibe auf jeden Fall mehr als einmal auf sich einwirken lassen, denn mit jedem weiteren Abspielen wird die Genialität dieser Scheibe offensichtlich. CROWHEART begeben sich auf ihrem zweiten Output zwar auf eine Gratwanderung, beweisen aber Feingefühl und technisches Können und dürften somit Fans verschiedenster Genres ansprechen. RESPEKT für diese musikalische Achterbahnfahrt.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: manfred (19.10.2018)

WERBUNG: Ray Alder – What The Water Wants
ANZEIGE
WERBUNG: HELLOWEEN - United Alive
ANZEIGE