POETS OF THE FALL - Ultraviolet

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VÖ: 05.10.2018
Bandinfo: POETS OF THE FALL
Genre: Pop
Label: Cargo Records
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Lineup  |  Trackliste

Gerades Jahr, hereinbrechender Herbst – ganz klar, es ist wieder Zeit für ein neues POETS OF THE FALL-Album. Eines gleich vorweg: Zurück in alternativ-rockende Gefilde geht es für die Finnen nicht mehr, dafür darf nach den ebenfalls sehr soften "Jealous Gods" und "Clearview" die endgültige Ankunft im reinen Pop verkündet werden – stromverstärkte Gitarren finden sich auf „Ultraviolet“ wirklich nur noch in homöopathischen Dosen, dafür regieren die synthiegeschwängerten Keyboardmelodien und die zarten Akustikklänge.

Wer nun aber glaubt, dass POETS OF THE FALL dadurch in die musikalische Bedeutungslosigkeit verschwinden würden, wird mit auf den Punkt komponierten Stücken wie dem Opener „Dancing On Broken Glass“ eines Besseren belehrt. Was sich die Finnen um Sänger Marko Saaresto nämlich bei aller stilistischer Fortentwicklung von den rockigen Anfängen bewahrt haben, das ist ein goldenes Händchen fürs Songwriting, welches sich in teils großartigen Stimmungsbögen und einer perfekt akzentuierten Dramaturgie manifestiert, wie man sie im Mainstream-Bereich nur in den allerseltensten Fällen findet. Speziell Markkos ausdrucksstarke Stimme, die in vielerlei Gesangslagen Emotion zu transportieren weiß, drückt „Ultraviolet“ wieder einmal ihren unverkennbaren Stempel auf.

Als „härtesten“ Titel des Albums kann man „My Darkest Disquiet“ bezeichnen, das immerhin noch mit einigermaßen präsenten Gitarren einher kommt und sich als lässiger, ohrwurmiger Alternative-Song entpuppt. „Fool's Paradise“ setzt dann schon fast ausschließlich auf poppiges Keyboard, kann sich dabei aber sehr schnell im Ohr festkleben. Ab der Streicher-Ballade „Standstill“ bliebt das Album den ruhigen Tönen treu und liefert mit „Moments Before The Storm“ und seiner wunderbaren Gesangslinie und dem großartigen Spannungsbogen ein überraschendes Highlight, während „Angel“ in den flotteren Passagen in einen direkt tanzbaren Synthie-Pop-Bereich übergleitet. Mit „Choir Of Cicades“ vermögen es POETS OF THE FALL zum Abschluss noch einmal Gänsehaut zu erzeugen, durch sanft schmeichelnde Melodien und dramaturgisch geschicktem Stimmungsaufbau.

Der inzwischen fast vollkommene Verzicht auf ansatzweise ins Programm unseres Magazins fallende Gitarrenklänge macht aus „Ultraviolet“ ein Album, das hier auf Stormbringer wie ein Exot anmuten mag, weswegen der Rezensent auch auf eine entsprechende Bewertung verzichtet. Dennoch sei das Album, beziehungsweise POETS OF THE FALL allgemein, allen Hörern, die frei von stilistischen Scheuklappen durchs Leben gehen, ans Herz gelegt. Hier finden sich wunderbare Pop-Klänge abseits ausgetretener und totgenudelter Massenware, die mit Herz und großer Hingabe produziert wurden.

 



Ohne Bewertung
Autor: Anthalerero (18.10.2018)

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