ASURA - Eternal

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VÖ: 27.07.2018
Bandinfo: ASURA
Genre: J-Rock
Label: Gan-Shin Records
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Lineup  |  Trackliste

Wer sich schon einmal mit asiatischem melodischen Metal, J-Metal und dergleichen befasst hat, wird mir in einem zustimmen: Irgendwann klingen die meisten Bands auffallend ähnlich. Stimmlich fahren einige in derselben, breit getretenen Kerbe, musikalisch gibt es nichts zu mäkeln, doch auch hier sind auffallende Kopierereien von der einen zur anderen Truppe bemerkbar. 

ASURA sind da zwar keine große Ausnahme, dennoch stechen sie aus dem J-Rock/J-Metal-Bulk dennoch hervor. Und das nicht nur, weil sie sich ein nicht ganz so neues Konzept herangezogen haben, um ihren Sound visuell aufzupeppen. Tanz-Metal heißt das Zauberwort. Kommt bekannt vor? Schock, BABYMETAL??!! Jein. Tatsächlich ist das theoretische Konstrukt ähnlich, wenn frisch-fröhlich und voller Elan um Sängerin Akina herumgewirbelt wird. Der Sound allerdings – obwohl durch die Mischung von harten Riffs und elektronischen Sampler-Elementen den gleichen Staub aufwirbelnd – unterscheidet sich dann gerade durch musikalische Qualität und nicht zuletzt durch eine ernstzunehmende Stimme. Sängerin Akina lässt ASURA durchaus seriös wirken, besticht durch eine saubere und klare Stimme, die sich in ihrer Wohlfühl-Vocal-Range aufhält, aber auch die seltenen Spitzen in die Höhe meisterlich und ohne Quietschen und Brechen erklimmt. Die teils durchaus anspruchsvollen Melodielinien bezwingt sie mit Leichtigkeit, was der Lockerheit des Sounds durchaus zugute kommt.  

Musikalisch tut sich auf "Eternal" zwischen verschmusten Melodic-Wolken und hartem Geriffel so einiges, ohne dabei aber zu klingen, als würde irgendetwas ausbrechen oder aus der Reihe fallen. Melodische, teils synthetisch eingearbeitete, aber nicht allzu künstlich klingende Einwebungen machen gerade Intros interessant, teils speedig, teils rockig findet jeder Song seinen eigenen Ton und seine eigene Klangfarbe. Zwei Instrumentalstücke lassen auch den Musikerin ihre Tragweite und in der Abschlussballade "Letter" findet man, trotz balladesquer Spannweite der besseren Sorte, ein doch sehr bekanntes Gerüst der wohl einstimmig geführten Nr. 1 des japanischen Sounds X-JAPAN. Ob der Track allerdings ordentlich abgekupfert oder absichtlich als Verbeugung vor den Kollegen zu handeln ist, wird wohl Spekulationssache bleiben.

Der japanische Markt wird erfahrungsgemäß wahrscheinlich verrrückt nach der Truppe sein, im Rest der Welt wird man ASURA wahrscheinlich ein wenig kritischer sehen. Dennoch ist "Eternal" von ASURA klanglich und qualitativ herausstechend unter einem Gutteil der Kollegen ihres Landes und bringt trotz Ähnlichkeiten frischen und leichtgängigen Wind aus Ost. Zwischen "Toll, aber noch etwas Luft nach oben" und "Noch nicht hervorragend, aber sehr angenehme Unterhaltung" könnte man die Scheibe problemlos einordnen. Noch nicht an der Spitze dessen, was möglich ist, ist "Eternal" trotzdem für mich persönlich ein mit Leidenschaft gemachtes Album, das durchaus Hörvergnügen und viele schöne Minuten bringt, ohne dabei eine allzugroße Innovation zu sein. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (21.10.2018)

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