BE THE WOLF - Empress

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VÖ: 19.10.2018
Bandinfo: BE THE WOLF
Genre: Rock
Label: Scarlet Records
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Lineup  |  Trackliste

"Wo der Wolf lebt, ist der Wald gesund" behauptet ein russisches Sprichwort. Ich sage: "Wo der Wolf Musik macht, ist der Sound cool." Knapp zwei Jahren nach ihrem zweiten Langspieler "Rouge" (2016) präsentiert uns das italienische Trio BE THE WOLF wieder einmal ein perfektes Beispiel, warum es gerade diesen Bandnamen gewählt hat. Dazu Sänger / Gitarrist Frederico Mondelli: "... be yourself, be unique ... and your own pack (like we say in "One Man Wolfpack"), rather than following the others." Mit anderen Worten, BE THE WOLF bleiben in ihrer Musik eigensinnig und machen immer noch das, was ihnen gerade Spaß macht. Drifteten sie beim letzten Werk noch irgendwo zwischen Classic-, Retro 70s- und Alternative-Rock mit hie und da einer Prise Grunge hin und her, gibt es mit der Neuveröffentlichung "Empress" einen Hard Rock- / Metal-Tritt in die metaphorischen Eier - auf schönste Art und Weise.
Wieder einmal beweist der multitalentierte Mondelli sein Händchen fürs Songwriting, das mit seiner energiegeballten, melodischen Struktur und mit eingängigen Refrains sofort ins Ohr und in die Füße geht.

Schon der Einstieg "Burn Me Out" stellt sicher, dass ohne höflichen Smalltalk Vollgas gegeben wird. Schönster Metal, getrieben von knurrenden Gitarren und von Drums, die einem wie ein Punchball um die Ohren fliegen (Paul Canetti in Höchstform). Mondelli zaubert sein erstes Solo (eines von vielen) aus dem Hut, und man freut sich auf das, was folgt. Kann man auch! "Action" hat einen durchaus hypnotischen Beat und erlangt durch den subtilen Einsatz von Synths einen Sound, der zum Headbangen sowie zum Tanzen einlädt. Irgendwas zwischen Rock und Pop, know what I mean? Die darauf folgenden Tracks zeugen von den Einflüssen bei diesem Album: Hair-Metal-Rock-Bands wie SKID ROW, SCORPIONS, W.A.S.P., KISS und JUDAS PRIEST. "Stallone" und "Thousand Years" halten unvermindert das Tempo, und selbst bei dem inhaltlich eher romantisch angehauchten "You're My Demon Tonight" wird der Fuß nicht vom Gas genommen. "Move It" ist ein erwähnenswertes Highlight, das sich ein wenig vom Rest abhebt. Hier regiert luftiger, richtig gut gelaunter Rock'n Roll! "Here And Now" steuert einen dann wieder in härtere Gewässer und spätestens bei "Trigger Discipline" spürt man wieder die Metal-Klinge. "Jungle Julia II" erinnert dann endlich, naja, wenigstens so ein bisschen im Refrain, an die im Pressetext versprochene Powerballade.

Mein Fazit: "Empress" ist das bisher stärkste Album von BE THE WOLF. Der Sound steht ihnen, alle Bandmitglieder zeigen beeindruckend ihr individuelles Können und auch die Tatsache, dass sie so richtig Bock haben, miteinander zu spielen. Einziges Manko (und es ist Jammern auf höchstem Niveau): Das manchmal sehr abrupte, schon fast abgehackte Ende einiger Tracks. Trotzdem wird "Empress" bei mir bis auf weiteres in Dauerschleife laufen - zumal mich der BTW-Sound letztens dazu gebracht hat, in anderthalb Stunden acht Kilometer durch die Stadt zu wandern. Das wären dann wie viele Metal-km/h?



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Betti Stewart (19.10.2018)

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