STATUS QUO - Down Down & Dignified At The Royal Albert Hall

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VÖ: 17.08.2018
Bandinfo: STATUS QUO
Genre: Rock
Label: earMusic
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Lineup  |  Trackliste

“Down Down & Dirty In Wacken” (Review) hat eigentlich nichts zu bieten, dass man nicht schon auf “The Last Night Of The Electrics” von 2017 findet. Dann ist “Down Down & Dignified At The Royal Albert Hall” wohl die interessantere Option? Wenn dem bloß so wäre! Aber auch die Trackliste dieses Livealbums kommt einem irgendwie vertraut vor. Ein Blick drei Jahre zurück auf „Aquostic! Live At The Roundhouse“ zeigt zwei sehr ähnliche Tracklisten, auch (wie bei „The Last Night Of The Electrics“ und „Down Down & Dirty In Wacken“) mit den Songs in fast gleicher Reihenfolge (lediglich „Reason For Living“ wurde zwei Nummern vorgereiht). Was man hier nicht findet, sind: „Mystery Song“, „Little Lady“, „Softer Ride“, „Down The Dustpipe“, „All The Reasons“ und „Rock ‘Til You Drop“. Stattdessen hat man “Hold You Back” und “That’s A Fact” in die Setliste gepackt.

Auf dem Backcover heißt es unter anderem: „The Quo classics were stripped back and delivered by the band in a fresh new way that really allows the melodies to shine“. Frisch wie gestrige Semmeln! Schließlich hat man dasselbe schon 2014 im Roundhouse gemacht und wie ein Vergleich der Alben zeigt, wurde an der Umsetzung der Songs nicht wirklich was geändert. Zumindest nichts, das nicht notwendig war. So hört man schon im Opener „And It’s Better Now“ Frauengesang statt Rick Parfitts Backing Vocals. Rhino ist kein Ersatz für Parfitt als Sänger, was sich auch bei Songs wie „Again And Again“ zeigt, obwohl seine Stimme zumindest bei diesem Song besser funktioniert als bei den elektrischen Songs. Seine Backing Vocals bei „Paper Plane“ sind jedoch fürchterlich. „Down Down“ hat schon letztes Mal als Akustikversion nicht so wirklich überzeugt, der Song braucht einfach elektrische Gitarren und keine Ziehharmonika. Auch „Whatever You Want“ und „Rockin‘ All Over The World“ waren auf „Aquostic! Live At The Roundhouse” aufgrund der zu dominanten weiblichen Backgroundsängerinnen schon eher nervig. Bei Francis Rossis Stimme machen sich gelegentlich, etwa bei „Break The Rules“, kleine Verschleißerscheinungen bemerkbar.

Abgesehen von dem großen Minus, dass Rick Parfitt nicht mehr da ist, ist „Down Down & Dignified At The Roundhouse“ aber nicht viel schlechter als sein akustischer Vorgänger. Es ist zwar ganz nett, spricht mit seiner Schunkelstimmung, zuckersüßen weiblichen Backgroundgesang und Akkordeonmusik vielleicht eher ein Musikantenstadel-Klientel an als Rockfans.

Das Cover des auf CD, Vinyl und als Download erschienenen Albums ist das einzige, das daran schlechter ist als bei „Down Down & Dirty At Wacken“. Das Wacken-Logo aus STATUS QUO-Denim (man denke an das 1976er Album „Blue For You“) auf typischen Festivalboden ist optisch ansprechender als der Umriss der Albert Hall in Jeans auf rotem Samt.

STATUS QUO – oder was davon übrig ist – kann man sich live wahrscheinlich gerne mal ansehen, aber nur aufgrund des Nostalgiefaktors. Livealben oder -DVDs hingegen erscheinen völlig überflüssig. Sicher, für Musiker ist es etwas Besonderes, in Wacken oder in der Royal Albert Hall aufzutreten, aber ein Livevideo auf YouTube hätte völlig ausgereicht, um diese Erlebnisse mit den Fans zu teilen. Warum es Francis Rossi und Co. trotzdem für eine gute Idee halten, noch dazu, wo man mit Albumverkäufen heute praktisch nichts verdient, können wohl nur sie selbst beantworten.



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Brigitte Simon (26.10.2018)

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