IMPELLITTERI - The Nature Of The Beast

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VÖ: 12.10.2018
Bandinfo: IMPELLITTERI
Genre: Metal
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

IMPELLITTERI – das ist Metal in seiner ursprünglichen, reinen Form, mit Fokus auf brillantem Gitarrenspiel und Power und Speed bei jedem Song. Wenn man Chris Impellitteri an der Gitarre beschreiben will, dann trifft folgender Sager aus den Promotion-Unterlagen voll zu bzw. hat mich zum Schmunzeln gebracht: „musical acrobatics“ – auf jeden Fall! Bei diesen Riffs und wenn er am Shredden ist, dann ist das wirklich am besten mit Fingerakrobatik zu beschreiben. Natürlich steht Chris der Rest der Band in nichts nach, und es gibt wie auch beim Vorgängeralbum ein wahrliches „bad-ass-bass“-Gezupfe und einen Schlagzeuger, der die Beats im Affenzahn runterklopft. Dazu Rob Rocks Stimme und man ist versucht, Parallelen zu IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST zu ziehen sowie natürlich zu Gitarrengöttern wie YNGWIE MALMSTEEM.

Neben zehn eigenen neuen Songs wurden auch zwei Covernummern mit aufs Album genommen. Dies sind „Symptom Of The Universe“ von BLACK SABBATH und eine metallische Interpretation der Musical-Nummer „Phantom Of The Opera“.

Beim Cover sind wir wieder in der Fantasiewelt angesiedelt. Diesmal wird es männlicher als zuletzt (Medici-Vampirbraut). Das Cover ziert ein düsterer Werwolf. Das Album wird aber nicht zum Heulen, sondern vielmehr ist für mich das Biest am Cover der Hinweis, dass sich auf dem Album wilde Tracks präsentieren. Der Titeltrack findet sich nicht 1:1 wieder, sondern es ist der Song „Run For Your Life“, wo im Text das „The Nature Of The Beast“ vorkommt. In diesem Song steckt für mich ein Hinweis auf IRON MAIDEN. Durch eine leichte Wortänderung ist man bei „Run To The Hills“. Man sieht und hört, wo die Jungs ihre Wurzeln haben bzw. welcher Musik sie in ihrer Jugend zugetan waren und beim Klang gibt es auch einige Ähnlichkeiten zu den Briten.

Damit bin ich eigentlich schon mittendrin bei der Beschreibung der Songs, daher jetzt retour zu den beiden Stücken, die vor „Run For Your Life“ kommen: „Hypocrisy“ und „Masquerade“. Wie es sich für eine Metal Band gehört, startet Chis das Album mit einem feurigen Gitarrenriff. Dann folgen Schlagzeug und Bass, die einen Speed vorlegen, der der Leadgitarre um nichts nachsteht, trotzdem klingt das ganze sehr melodisch. Robs Vocals sind überzeugend, nicht zu hoch, nicht zu tief, sondern genau in der richtigen Stimmlage für diesen Song. Auch der gemeinsame Chorus beim Refrain passt und wird mit dem Speed mitgesogen, den die Band hier vorlegt. Bei „Masquerade“ nehmen sie das Tempo zurück, wobei man natürlich bei IMPELLITTERI dabei nicht von Mid-Tempo sprechen kann, sondern von normalem Metal. „Masquerade“ ist eine recht melodische Metal-Nummer mit einem guten Rhythmus und tieferer Bedeutung hinter den Lyrics.

Wolfsgeheule, Kirchenglocken und ein hysterischer Schrei läuten „Run For Your Life“ ein. Wir werden gleich wieder von den Shreds an der Gitarre empfangen und dem knackigen Speed der zwei Rhythmus-Leute. Singtechnisch geht es von düstereren Parts über normal bis hin zu hohen Tönen wie bei einem Rob Halford. Das abwechslungsreiche Songwriting versteift sich nicht nur auf Shreds und dahinpreschendem Bass, sondern es gibt auch langsamere Gitarrenmelodien und verhaltenen Bass, bzw. Bass und Schlagzeug arbeiten hie und da auch nur als dezente Hintergrundmusik, damit Chris so richtig zur Geltung kommt.

Nach dem MAIDEN-ähnlichen Song kommt der Musical-Classicer von Andrew Lloyd Webber, nämlich das Haupttheme aus „Phantom der Oper“. Auf „The Nature Of The Beast“ erfährt es eine harte Bearbeitung mit Düsternis, die von Schlagzeug und Bass kommen, sowie der brillanten Saitenarbeit von Chris. Rob ist auch nicht schlecht beim Singen und arbeitet sich zu Höhen hoch, die man ihm nicht zutrauen würde. Die Damen, die im Chor mitsingen, klingen dann, als würden sie um ihr Leben singen – sicher keine alltägliche Gesangsarbeit für diese Mädels. Die Nummer ist trotz der Metal-Bearbeitung und der Geschwindigkeit, die mit der Gitarre hingelegt wird, eindeutig wiederzuerkennen.

„Gates Of Hell“ ist wieder in bester Metal bzw. Speed Metal-Manier: knackig, extrem schnell und natürlich melodisch gesungen, sowohl von Rob alleine als auch beim Chorus. Das gilt dann auch für die nachfolgende Nummer „Wonder World“, die ein klein wenig langsamer, weil nachdenklicher, ist. „Man Of War“ nimmt den Speed zugunsten der Vocals raus. Der Song klingt stark nach 80er-Jahren und fährt mit den einfacheren, heavy Riffs ordentlich ein. Der Refrain „Man Of War“ mag für einen Metal-Fan sehr schnell nach „Manowar“ klingen, eignet sich aber wunderbar zum Mitgrölen bzw. die „Fight, Fight“-Stellen sind eine wahre Freude für den Metal Fan. Der Rhythmus ist auch perfekt zum Headbangen. Absolut ein Klassiker bzw. ein Song mit Hymnencharakter für die Bühne.  

Dahinmarschierend, schnell und wieder mit Gitarren-Kunststückerln ist „Symptom Of The Universe“ beglückt. Das Cover der BLACK SABBATH-Nummer ist von den Instrumenten her 1A, aber es ist in meinen Augen nicht unbedingt perfekt für Rob zum Singen. Bei den anderen Songs auf dem Album ist er besser. Hier arten die Vocals ein wenig in Geschrei aus. Der gequält klingende Gesang nimmt dem Gitarrensound einiges an Biss weg. Für sich alleine sind die Soli natürlich wiederum ein Killer für jeden Gitarrenfreak.

Bei „Do You Think I’m Mad“ passt es für Rob Rock wieder besser, der flotte Rhythmus treibt die Nummer voran, die zwischendurch eingestreuten düsteren, zähen Parts sind eine Gegenpart zum Speed und die nach Boygroup klingenden Backingvocals zum Refrain lassen einen fast schon schmunzeln. Dazu dezentes Frankenstein-Feeling bzw. ein wenig das „mad/Frankenstein“-Feeling von Alice Cooper abgekupfert und schon hat der Song mehrere interessante Aspekte, also weit weg von Einseitigkeit bei dieser Nummer.

„Fire It Up“ ist ein wenig normaler. Dahinpreschende Double-Bass-Aktivität und fetzende Riffs werden erneut mit den Gesangseinlagen der Boygroup kombiniert. Diese Backing-Einsätze würden auch einer Symphonic-Band alle Ehre machen. „Kill the Beast“ überzeugt wieder mit dem Gitarreneinstieg, wird dann langsamer und hat daher etwas von der Intensität von DIO-Songs. Gleichzeitig lassen die Soli und „Kill The Beast“-Screams aber an JUDAS PRIEST erinnern. Einerseits marschieren die abgehackten Riffs voran, andererseits gibt es die gut gesungen Parts, die den Speed raus nehmen und somit in Summe ein absolut lässiges Stück Heavy Metal entstehen lassen.
Mit dem letzten Song „Shine On“ legen sich die Jungs noch mal ins Zeug. Eine harmonische Kombination aus lässigen Backing Vocals und easy Lyrics, die sich gut mitsingen lassen, sowie erneut atemberaubender Gitarrenarbeit zeigt die Band nochmal von der besten Seite.

Mit „The Nature Of The Beast“ haben IMPELLITTERI nicht nur ein Album für Gitarrenfreaks abgeliefert, sondern sprechen vielen Anhängern der Metalszene der 80er und 90er aus dem Herzen. Die Songs erinnern an die alte Zeit bzw. die Band macht diverse Anspielungen; sei es, indem alte Songs gecovert werden oder über Wortspielereien der eine oder andere Hinweis zu MAIDEN & Co fällt. Der straighte Metal mit den gut gemachten Choreinlagen zum Auflockern ist ein Ohrenschmaus und bei jedem Durchhören wird das Album besser und man findet neue Highlights. Absolut empfehlenswert!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (26.10.2018)

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