INTO ETERNITY - Sirens

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VÖ: 03.08.2018
Bandinfo: Into Eternity
Genre: Progressive Death Metal
Label: M-Theory Audio
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Lineup  |  Trackliste

INTO ETERNITY waren das Baby der Herren Roth, Block und Bleich. Doch Sänger Stu Block entschied sich 2013 für einen Karrieresprung, verließ INTO ETERNITY und heuerte bei den kommerziell natürlich ungleich größeren ICED EARTH an. Die Sorgenfalten der Fans wurden damit natürlich größer, denn Herr Block war in diesem drückenden, rasanten und dennoch sehr progressiven Sound der Band eine wichtige Konstante. Er verstand es, mit seinen hohen Vocals gegen die über einen hinweg brausenden Gitarren anzusingen, sich gegen die extremen Vocals durchzusetzen und dementsprechend vokalistisch für die nötige Melodie zu sorgen. Doch als 2015 die neue Sängerin Amanda Kiernan einstieg, durfte man endlich durchatmen.

Das neue Werk der Band wurde trotzdem erst jetzt veröffentlicht. "The Sirens" heißt das fidele Werk und beinhaltet eigentlich alle Trademarks, die man von INTO ETERNITY gewöhnt ist. Man könnte den Stil der Band als eine progressive Version von DRAGONFORCE bezeichnen, die sich hier mit Melodic Death-Größen aus Schweden paart und diesen besserwisserischen Bastard in einer bewusst heterogenen Umgebung aufwachsen lässt. Schließlich kann es schon mal nervig werden, wenn man dieses Ungetüm zu sehr einschränkt und nicht die nötige Freiheit gönnt. Doch Herr Roth weiß dies und hat ein gutes Gespür für diesen eigenen Stil. 

Beispiele gefällig? Der Titelsong "The Sirens" umfasst alle Elemente, die man bei INTO ETERNITY so häufig findet: Proggige Rhythmen im Death Metal-Style, eine vokalistische Bandbreite von Gekreische, Growls bis hin zu Klargesang und dazu das typische instrumentale Gefrickel. Handwerklich ist man sowieso über jeden Zweifel erhaben, wie man auch auf dem rasanten "Two Fringes Of Psychosis" oder "This Frozen Hell" nachhören kann. Zum Glück schaffen es die Kanadier, sich nicht zu sehr auf diese Formel zu reduzieren. "Sandstorm" ist zum Beispiel weiter weg vom Death Metal, aber dennoch äußerst gelungen, während "Nowhere Near" ruhiger und atmosphärischer klingt. Das Album endet mit dem balladesken "The Scattering Of Ashes pt. 2", das nach dem etwas pathetischen und hysterischen (aber auch hymnischen) "Fukushima" einen wohltuenden Abschied bedeutet.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass INTO ETERNITY nichts verlernt haben und ihr Handwerk immer noch so gut beherrschen wie in der Block-Ära. Manche Songs sind wahre Hymnen geworden und auch einen eigenen Stil kann man INTO ETERNITY wahrlich nicht absprechen. Manchmal hat man allerdings auch das Gefühl, dass die eigenen Ambitionen sehr hoch sind und man mitunter zu viel erreichen möchte. Manche Songs bräuchten etwas mehr Luft zum Atmen, um ebenfalls diesen hymnischen Charakter entfalten zu können. Zudem haben INTO ETERNITY immer das Potenzial, den einen oder anderen Hörer abzuschrecken, da man doch eine sehr interessante Mischung zum Besten gibt, die sich mitunter gewagt zwischen die Stühle setzt. Die Qualität des Dargebotenen soll das aber nicht schmälern, da "The Sirens" ein mindestens gutklassiges Album geworden ist. 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (29.10.2018)

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