DREAM CHILD - Until Death Do We Meet Again

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VÖ: 14.09.2018
Bandinfo: DREAM CHILD
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

“Until Death Do We Meet Again” beinhaltet einen sehr an die alten Zeiten (und vor allem DIO) erinnernden Hard Rock, vor allem was Riffs, Rhythmen und Melodien betrifft. Das, was ein wenig anders ist, weil aggressiver und mit dem modernen „angry“ Biss, den viele Bands nun haben, ist Sänger Diego Valdez. Der Argentinier klingt bei manchen Songs wirklich wie Ronnie, weil er eine ähnlich kraftvolle und dunkle Stimme hat. Gleichzeitig verfügt er über diesen modernen Touch und macht zusätzlich optisch was her, insofern ist er sicher keine schlechte Wahl als Frontman.

Das Plattenlabel Frontiers hat mit DREAM CHILD wieder eine der typischen „Supergroups“ zusammengestellt, für die dieses Label bekannt ist. Von Frontiers kommt ja eine nach der anderen, mal sehr gut, mal mittel, dann eher wieder mit Fragezeichen. Wer steckt also hinter DREAM CHILD? Es sind natürlich die üblichen Verdächtigen, nämlich Herren älteren Semesters, weil man der Meinung ist, dass vor allem diejenigen, die schon in den 70ern und 80ern aktiv waren, am besten den Sound der damaligen Zeit einfangen können. Dazu gehören bei DREAM CHILD so bekannte Namen wie Rudy Sarzo, Simon Wright, Wayne Findlay und Craig Gold. Also einige Musiker, die schon mit DIO gespielt haben – und es ist daher nicht verwunderlich, dass sie diesen Stil einzufangen versuchen. Dazu noch der Sound von DEEP PURPLE, RAINBOW, BLACK SABBATH etc., und man hat eine Basis, auf der man aufbauen kann. Egal ob abgelutscht oder nicht, wichtig ist, was man daraus macht. Man kann es gut machen, mittelmäßig, oder verbocken.

DREAM CHILD sind so-so-la-la. Sie haben ihre Höhen und Tiefen, will heißen gute Songs und andere, bei denen man sich fragt, warum und wieso. Eine Warum- und Wieso-Frage habe ich mir recht rasch gestellt: Ist es wirklich nötig, Songs so in die Länge zu ziehen? Sechs bis acht Minuten sind keine Seltenheit und echt nicht immer optimal. Es wiederholen sich die Muster, die Melodien, die Spielarten ohne Ende. Das klingt für mich sehr nach „ich höre mich selbst so wahnsinnig gerne – das muss doch jeder andere auch mögen“. Sorry, dem ist nicht so. Oft ist weniger mehr, und so steht für mich hinter Nummern wie dem Schlusssong „One Step Beyond The Grave“ ein großes Fragezeichen. Der Rhythmus geht ins Blut, der Sound ist nett, das Keyboard auch, es klingt nach alten Sachen, und Diego macht es gut, reißt den Song aus der Vergangenheit und verleiht ihm einen modernen Touch. Aber er singt eben nur bei einem Teil der Nummer, der Rest ist endlos lang instrumental. Es werden insgesamt fast neuen Minuten verbraten. Eindeutig zu lang. Diese Liebe zum Instrument findet man auch bei “It Is What It Is”. Der Song hat einen langen gleichförmigen Instrumentalteil, mit dem ich nicht viel anfangen kann, und das Dauer-Gewummere vom Bass ist nach einer Weile schwer zu verdauen und man skippt vorzeitig weiter. Mit „Washed Upon The Shore“ haben sie einen reinen Instrumentalsong auf das Album gepackt. „Light Of The Dark“ hingegen kämpft wieder mit Überlänge und mit einem Keyboard, mit dem ich hier nicht viel anfangen kann, obwohl das Songwriting es gut schafft, die dunkle Stimmung zum dunklen Thema mit einem düsteren, melancholischen Unterton rüber zu bringen.

Nun zu den positiven Seiten. Wie schon erwähnt, ist Sänger Diego eine sehr gute Wahl und eine Wucht, wenn man ihn lässt. Wie zum Beispiel beim recht aggressiven Opener „Under The Wire”. Der Song macht Lust auf mehr, ist knackig und bringt die Vocals von Diego schön zur Geltung. „Playing With Fire“ ist auch stimmig, melodischer und die Vocals gefallen.
Der „Midnight Song“ ist die Nummer, mit der mir die Band im Video sofort positiv aufgefallen ist. Es ist die Stärke des Sängers, der marschierende Bass, die Riffs, der lässige Sound, im Prinzip der flotte Song in seiner Gesamtheit, der gut rüber kommt. Aber leider verblassen viele andere Nummern neben diesem Schlager.

Ich habe schon angesprochen, dass DREAM CHILD eine Art „DIO“-Band sind, weil Craig Goldy & Co mit ihm Verbindung hatten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn auf dem Album sehr DIO-lastige Songs vertreten sind. Bei „You Can’t Take Me Down” sind massenhaft bekannte Riffs vorhanden. Auch „Games Of Shadows“ klingt wie eine Nummer, die ich schon mal gehört habe.

Mein Eindruck zu diesem Album: Die Band spielt hauptsächlich für sich selbst, und weniger für die Fans. Unabhängig davon, ob wir nun DIO-Musik hören wollen oder nicht. Diese endlose Länge wollen wir nicht. Zudem erwarte ich mir bei den bekannten Namen eine etwas andere Musik bzw. sinnvolleres Songwriting.

Anspieltipp: „Midnight Song“ und „Under The Wire“ – das sind auch die zwei Songs, von denen es Videos gibt. Diese beiden Stücke sind in meinen Augen auch die überzeugendsten.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (03.11.2018)

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