BLACK PAISLEY - Perennials

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VÖ: 27.09.2018
Bandinfo: BLACK PAISLEY
Genre: Melodic Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Bisher habe ich noch nie von BLACK PAISLEY gehört. Aber nach dem Durchhören dieses Albums war mir klar, da ist mir was entgangen. Ich habe schon länger nicht mehr so feinen, dichten, ursprünglichen Melodic Rock gehört, wie die Schweden ihn auf ihrem neuen Album „Perennials“ machen. Andererseits habe ich zumeist sehr gute Erfahrung mit dem, was musikalisch aus Schweden kommt und Sänger und Songwriter Stefan Blomqvist ist ein ziemliches Ass bei seiner Arbeit, also war eine gute Scheibe einfach vorprogrammiert.

Auf dem Album werden zur Melodic und Hard Rock Basis der Band gerne Country und Blues Töne gemischt und man ist hie und da versucht mit DEEP PURPLE und frühen WHITESNAKE zu vergleichen, vor allem auch, was die Orgel betrifft. Als nächster Vergleich bieten sich große Songwriter wie BILLY JOEL oder BOB SEGER an. Mehrere Songs auf „Perennials“ zählen zur langsameren Sorte, aber auch wenn es Richtung Ballade geht, ist immer eine enorme Hingabe zu hören, mit der diese vorgetragen werden. Es gleitet also nie zum Gesäusel ab, geht sowieso gar nicht, weil Sänger Stefan eine tiefe, kräftige, rauchige Stimmlage hat und daher nie im Leben wie eine Piepmatz aus der Glamrock Ecke klingen wird.

Zu den langsameren Songs gehören „Day By Day“, ein hingebungsvolles Duett, „Sometimes“, mit viel Piano, Gefühl, Melodie und einer Orgel, die an Jon Lord erinnert. Gleichzeitig sind das genau die Songs, wo man Sänger Stefan bzw. das Songwriting mit BOB SEGER und seinen Liedern vergleichen möchte. Dieser hat im letzten Jahrtausend ähnliche Songs gemacht bzw. hatte eine vergleichbare Stimmlage und Intonierung. „Without You“ ist ein Herzschmerz-Song, der seine Wurzeln fest in den Kuschelrock-Nummern der 80er verankert hat. Da ist man ja kurz vorm Heulen, so schön. Mehrere Schwenks zwischen Ballade und Rock-Nummer macht „Out Of My Life“. Mal langsam, mal schnell, mit unterschiedlichen Melodien und Gesangsparts sowie Singtempi zeigt diese Nummer viele interessante Seiten. Ähnlich gestrickt ist „Think“.

Viele Nummern sind midtempo, wie der Opener „I Want Your Soul“, der mit schönem Refrain und gutem Chor punktet. „Mother“ mit dem Südstaaten/Country Einschlag und der leicht verzerrten Stimme sowie den dunklen, erdigen, klaren Riffs ohne Schnickschnack bleibt sofort in Erinnerung, unter anderem auch, weil sich hier sehr gut mitsingen lässt. „Step Back“ gehört ebenfalls zu dieser Kategorie mit gutem Schlagzeug-Rock-Rhythmus, sowie Potenzial, in die Beine zu fahren, vor allem ab dem Moment, wo die Orgel und die Backing-Sänger dazu kommen. „Think“ ist zwar rockig, aber trotzdem weiß ich damit nicht viel anzufangen. Da ist ein Stampf-Rhythmus hinterlegt, der für mich nicht zum Song passt.

Locker flockig haben die Schweden auch drauf. „Miss Me“ hat Pop-Attitüde, weil so soft und rhythmisch. Das hat Ö3 Potenzial. „Trying“ ist auch im Mainstream angesiedelt und besticht wiederum durch tollen Rhythmus, eingängige Melodien und coolen Riffs. Alles mit einem gewissen Retro-Sound, den man als alter Hase (Häsin) schon ein wenig vermisst hat. Was lässt sich hier noch einordnen: „Alone“. „Stronger“, der letzte Song des Albums, ist ebenfalls eine Piano-Akustik-Gitarre-Violine-Dahinschmelznummer mit Damenbegleitung beim Singen. Knapp davor, auf die Tränendrüse zu drücken, ein passender Abgang mit Wehmut.

Unterm Strich heißt das, die Songs gehen ins Ohr und fordern von Anfang bis zum Ende des Albums auf angenehme Weise die Aufmerksamkeit des Hörers heraus. Besonders positiv aufgefallen ist mir Sänger Stefan Blomqvist, der einfach eine super Stimme hat und die Songs belebt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (18.11.2018)

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