ANN WILSON - Immortal

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VÖ: 14.09.2018
Bandinfo: ANN WILSON
Genre: Rock
Label: BMG Rights Management
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Lineup  |  Trackliste

ANN WILSON wird dem Metal Hörer eher weniger ein Begriff sein. Blues Fans und Rock Fans der alten Schule machen aber sofort die Verknüpfung zu HEART bzw. der dunkelhaarigen Sängerin von HEART.

Ann ist bei „Immortal“ auf Solopfaden unterwegs und hat sich eines ganz speziellen Themas angenommen: Sie covert Songs von verstorbenen musikalischen Wegbegleitern, die ihr am Herzen liegen. Ann hat dabei zu sehr bekannten Namen und Nummern gegriffen und mal mehr, mal weniger diese Stücke bearbeitet und ihnen ihren persönlichen Schliff verpasst. Unterstützung bekam sie dabei unter anderem von Warren Haynes und Ben Mink.

Wie gesagt macht Ann nicht halt vor Größen wie DAVID BOWIE, TOM PETTY, GEORGE MICHAEL, den EAGLES oder der viel zu jung verstorbenen AMY WINEHOUSE. Auch wenn die Originale nicht unbedingt im Rock-Genre zu finden sind, Ann macht es passend und legt allen Coversongs den Blues zugrunde. Es ist das Emotionelle, das bei ihr punktet, das harmonische Gitarrenspiel und natürlich Anns ausdrucksstarke, feinfühlige und doch kraftvolle Stimme, die ihr auch mit ihren bald 70 Jahren eigen ist.

So ist man gleich von der ersten Nummer „You Don’t Own Me“ ergriffen, die früher Lesley Gore sang. Der Gitarrenblues von Warren Haynes ist erste Sahne, sie legt ihr ganzes Herz in den Song, sodass er ziemlich nach HEART klingt und man freut sich auf jeden neuen Takt. „I Am The Highway“ (AUDIOSLAVE) lebt von den Vocals, da bis auf die Keyboards nur akustisch untermalt, und ist ein langsamer Blues mit sehr schöner Melodie. „Luna“ ist erneut ein bluesiger Leckerbissen mit Warren Heynes. Der Song überzeugt mit der Herzschmerz-Gitarre und der fast jazzigen Note.  

Dann wird es knackig und im Vergleich zu den anderen Songs richtig hart, wenn sie sich an die Bearbeitung von „I’m Afraid Of Americans“ von DAVID BOWIE macht. Gleichzeitig hat diese Nummer aber einen orientalischen Klang und spielt somit in zwei verschiedenen Soundbereichen. „Politician“ ist ebenfalls rockig angehaucht und ein Gegensatz zum nachfolgenden „A Thousand Kisses Deep“ von LEONARD COHEN, das mit Klavier und jazzig-souligem Sound wieder sehr emotional ist. „Life In The Fast Lane“ von den EAGLES legt einen Zahn zu, weil sonst würden wir ja gleich einschlafen. Auffällig hier die Percussions und 60er Keyboards.

AMY WINEHOUSE wurde von Ann praktisch im Original belassen. Sie änderte diesen Song nur wenig. Weil er ihr so am besten gefällt oder ihr nichts anderes einfiel, kann ich aber nicht sagen. Genauso wie bei Amy erzeugt auch bei Ann das Stück ein Gänsehautfeeling, weil Ann sich akustisch anpasst.

GEORGE MICHAELs „A Different Corner“ ist ein Faserschmeichler mit einem zart poppigen Anteil. Der Abschlusssong „Baker Street“ von Gerry Rafferty klingt anders als im Original, vor allem aufgrund der anderen Gitarrenbearbeitung und weil das Keyboard fehlt. Der Popsong-Charakter ist weg, es klingt mit der akustischen Gitarre ein wenig nach Südstaaten und Lagerfeuer-Romantik.

Man kann es nun mit diesem Album halten wie man will – sich ärgern oder sich freuen; es liegt auf jeden Fall bei der einzelnen Person, welchen Eindruck sie von dieser Aufarbeitung bekommt und vor allem, wie sie zu Coversongs generell steht. Ich persönlich habe an der Zusammenstellung der Songs und deren Aufbereitung durch Ann Wilson nichts auszusetzen. Musikalisch sind sie sehr schön umgesetzt, und es ist ein Album, das Fokus auf ihre Stimme und ihre Musik bzw. Blues setzt. Das einzige, was ich nicht gerade umwerfend finde, ist das Cover, da hätte man sich mehr bemühen können.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (31.10.2018)

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