FINAL CRY - Zombique

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VÖ: 01.05.2018
Bandinfo: FINAL CRY
Genre: Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

FINAL CRY aus Eschershausen existieren bereits seit 1989 und bringen es neben diversen Demos und MCs auf bis dato fünf Studioalben. Nummer fünf hört auf den Namen „Zombique“, die Vorbereitungen hierzu werden auf der Bandhomepage bereits auf ungefähr 2007 datiert. Die Kompositionsphase hingegen sei erst 2012 gestartet worden, die Veröffentlichung ließ schlussendlich bis Mai 2018 auf sich warten. Hat sich das lange Warten gelohnt?

Das neue Langeisen soll FINAL CRY von ihrer rauen und thrashigen Seite zeigen - und die Attribute „rau“ und „thrashig“ treffen den Nagel in der Tat auf den Kopf. Dabei ist „Zombique“ stilistisch gar nicht mal so leicht (eindeutig) zuzuordnen. Der Thrash Metal mag zwar den größten gemeinsamen Nenner in der Musik FINAL CRYs bilden, dies hält aber das Quartett nicht davon ab, sich jenseits des Tellerrandes kreuz und quer durch die benachbarten Spielarten zu hacken. So bietet der aktuelle Output Zwillingsgitarren und Tappings in bester Heavy-Metal-Manier, todesmetallische Auswüchse, ein wenig Hardcore und sogar Black-Metal-Schlagseiten. Leadgitarrist Eiko Truckenbrodt haut dazu mit seiner Fußballstadion-Röhre räudige Shouts und Growls auf’s Parkett.

Nach dem Intro „Gates of Hell “ geht es mit „Dominion Of Decay“ geradlinig nach vorne preschend, sonst aber ein wenig unauffällig los. Ab „Maggot Maroon“ zeigen FINAL CRY ein Händchen für abwechslungsreichere Kompositionen und tingeln behäbig durch die genannten Genres. In vielen Songs tauchen nebulöse MGŁA-Riffs auf und bringen eine gewisse schwarzmetallische Note ein (wen wundert’s, präsentiert doch Rhythmus-Säger Burghardt Sonnenburg auf der Bandhomepage gleich das passende T-Shirt). In diesem Stil gibt sich überwiegend straight-forward-Geprügel die Hand mit melodischen Passagen in gediegenem Tempo. Im letzten Drittel tanzen die Death-Metal-Walze „Emerald Tombs“ und das hymnenhafte „Walk With The Dead“ ein wenig aus der Reihe und erweisen sich als Highlights der Platte. Das neue Material wirkt roh, ungeschliffen, ein wenig rumpelig und kommt auch in einem passenden Soundgewand. Die Songs dürften besonders live ziehen und bieten den richtigen Sound, die nächste Kneipe zu zerlegen. FINAL CRY könnten dabei eine dieser Bands sein, die man mit Destruction auf Tour schicken und nach deren Auftritt man Herrn Schmier statt seinem Viersaiter lieber einen Besen in die Hand drücken würde.

FINAL CRY extrahieren aus den harten Genres die räudige und ungestüme DNA. Sie gewinnen dabei zwar trotz Genremixing keine Innovationspreise, zimmern jedoch aus bekannten Rädern ein funktionierendes Getriebe zusammen. Freunde von glattgebügelten Produktionen und Hagebuttentee dürften dabei die Nase rümpfen. Connaisseure extremer Spielarten, die es gerne geradlinig auf die Zwölf mögen und ein Herz für den Underground haben, werden jedoch ihre Freude finden.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (30.10.2018)

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