SICK OF IT ALL - Wake The Sleeping Dragon!

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VÖ: 02.11.2018
Bandinfo: SICK OF IT ALL
Genre: Hardcore
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Godzilla CXVII: Dragon Demolition – in den Hauptrollen: die Gebrüder Lou und Pete Koller, Craig Setari und Armand Majidi – demnächst in Ihrem Kino! So in etwa könnte die Schlagzeile lauten, wenn sich hinter dem – einem Kinoplakat nachempfundenen – Coverartwork nicht das neue Studioalbum der New Yorker Hardcore-Institution SICK OF IT ALL verbergen würde. Die vier Big Appler sind seit über drei Jahrzehnten nicht nur eine der prägenden Kräfte des New York Hardcore, sondern auch ein Garant für regelmäßige und hochwertige Studioalben. SICK OF IT ALL machen keinen Mist und dulden keine Fremdstoffe in ihrem Hardcore-Reinheitsgebot. Gilt dieses Credo auch noch in 2018?

Punkt zwei können wir im Prinzip bejahen, denn SICK OF IT ALL erlauben sich auch im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens keinen gravierenden Stilbruch. Auch auf „Wake The Sleeping Dragon!“ zelebrieren die Mitgründer des New York Hardcore ihre urige Spielweise desselben, lassen aber auch erfrischende neue Aspekte einfließen. So bietet das neue Album zeitlose SICK OF IT ALL-Kracher, die im Grunde auf jedem Album des Quartetts ihren verdienten Platz gefunden hätten („The Snake (Break Free)“, „To The Wolves“). Daneben gingen Lou Koller und Co. jedoch etwas freier an das Songwriting heran und setzen durch stilistische Farbtupfer, gesungene Textzeilen und melodischere Songs Akzente. Neben einer Hymne an verlorene Freunde („Always With Us“) überrascht dabei besonders „Bull's Anthem“ als regelrechter Punk-Gassenhauer, der ein wenig klingt wie die DROPKICK MURPHYS ohne ihren Dudelsack. Hier sind übrigens Tim McIlrath von RISE AGAINST und HOT WATER MUSICs Chuck Ragan als Gäste zu hören. Die neuen Songs erklingen im bewährten Sound, der jedoch im Vergleich zu den Vorgängeralben ein Stück ranziger geworden ist und eine gewisse Live-Atmosphäre versprüht.

Textlich verbreiten SICK OF IT ALL zwar nach wie vor ihre Hardcore-Message, erlauben sich aber auch hier mehr Freiheiten beim Verfassen ihrer Zeilen. So finden beispielsweise musikalische Vorbilder der Band (BAD BRAINS in „That Crazy White Boy Shit“ – HUH!) ihre Würdigung. Tierquäler („Bull’s Anthem“) und nervende Selfieprollos („Self Important Shithead“) bekommen hingegen verdienterweise und unterhaltsam auf die Mütze. Der offenherzige und weniger dogmatische Ansatz beim Komponieren spiegelt sich also auch in den Texten wider und ergibt so ein stimmiges Gesamtbild.

SICK OF IT ALL zeigen auch als eine der dienstältesten NYHC-Bands keine Verschleißerscheinungen und lassen weder Routine noch Altersmilde Einzug halten. Die Truppe spielt seit Jahren auf hohem Niveau und hätte auch nach Schema F ein gutes Album abliefern können. Stattdessen aber erlauben sie sich einige Freiheiten und liefern damit ein starkes und ausgeflipptes Album ab, das aus der langen Diskographie der New Yorker heraussticht und den Fans mehr gibt als ein solides Stück Hardcore.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (04.11.2018)

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