SADIST - Spellbound

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VÖ: 09.11.2018
Bandinfo: Sadist
Genre: Progressive Death Metal
Label: Scarlet Records
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Lineup  |  Trackliste

SADIST erleben gerade ihren zweiten Frühling: nachdem die seit 1991 aktiven Italiener Mitte der 2000er Jahre eine, sagen wir mal „kreative Schaffenspause“ eingelegt hatten (das sich allzu kommerziell anbiedernde „Lego“ von 2005 hatte zu Ärger mit den Fans und internen Streitigkeiten geführt), schafften sie 2015 mit „Hyaena“ eine Rückkehr zu alten Glanzzeiten.

Bei „Hyaena“ gab es ein durchgehendes Konzept, und auch beim aktuellen „Spellbound“ weiden die Prog Death-Veteranen ein Thema über Albumlänge aus: diesmal sind es die Filme von Regisseur Alfred Hitchcock – das wird schon bei den Songtiteln deutlich („The Birds“, „Bloody Bates“, „The Man Who Knew Too Much“).Damit ist auch die Grundstimmung des Albums festgelegt: wie bei den Thrillern des Großmeisters ist es auf „Spellbound“ immer düster, bedrohlich und spannend – man weiß nie, wann die blutige Axt (oder ein neues Riff…) auftaucht.

Musikalisch bleiben die Italiener ihrem Stil treu und mixen Death Metal der älteren Schule mit Keyboards und progressiven Riffs. Das funktioniert zum Teil hervorragend, wie etwa bei „The Birds“, dem Titeltrack, „Bloody Bates“ oder „The Mountain Eagle“. Und immer wieder stechen lässige Synth-Melodien („The Birds“), geile Bass-Licks („Spellbound“, „The Mountain Eagle“ oder beim Instrumental „Notorius“) und progressive Riffs („Rear Window“, „Frenzy“) heraus. Auch die Produktion (verantwortet vom Mastermind Tommy Talamanca) passt perfekt, der Spagat zwischen moderner Klarheit und nostalgisch angehauchtem, grindigem Death-Sound ist gut gelungen.

Dafür fehlen im Gegensatz zum Vorgänger-Album die ganz großen Hits, ab und zu sind Leerläufe zu verzeichnen („Stage Fright“, „I’m The Man Who Knew Too Much“), und durch das Konzept konzentrieren sich SADIST soundmäßig stark am klassischen Thriller-Filmsound, was auf Albumlänge umgelegt ein bisschen die Abwechslung vermissen lässt.

„Spellbound“ ist damit nicht ganz der Kracher wie sein Vorgänger, bestätigt aber die Renaissance der italienischen Veteranen und lässt hoffen, dass auch nach fast 30 Jahren Bandbestehen noch Einiges von SADIST zu erwarten ist.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Luka (13.11.2018)

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