FATUM AETERNUM - Mass Suicide Of Human Race

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VÖ: 01.06.2018
Bandinfo: Fatum Aeternum
Genre: Goth Rock
Label: Royal Arch Production
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Lineup  |  Trackliste

Unbeirrt und angetrieben von geradezu göttlichem Idealismus begaben sich FATUM AETERNUM erneut auf die Suche nach mitreißenden Dark-Rock/Gothic/usw.-Songs, wurden jedoch nicht fündig. Und sollten sie irrtümlich doch welche gefunden haben, so vergaß man, sie auf FATUM AETERNUMs neuer EP "Mass Suicide of Human Race" zu veröffentlichen.

Wenngleich der parodistische Unterton diesmal besonders prominent durch entglittene Gesangseinlagen, lustig-dunkle Riffs und, man muss es einfach wiederholen, entglittene Gesangseinlagen schimmert, foltert eine dunkle Ahnung Gehör, Emotionen und Lebenswillen der sich in Schmerzen windenden Zuhörerschaft: Die israelische Band meint es vielleicht doch ernst.

Man darf jedoch mit FATUM AETERNUM nicht allzu scharf ins Gericht gehen, sie könnten bald Schwierigkeiten mit der Domina-Lobby bekommen, die angesichts der vorliegenden EP baldige Arbeitslosigkeit befürchtet. Mit herzigem Laien-Charme ackert sich die Band schweißgebadet durch die Songs, bietet zugegebenermaßen zahlreiche Überraschungsmomente, in denen die sich nach Menschenrechten sehnenden Zuhörer begeistert "Was zum Teufel soll das?" ausrufen und schafft es somit, den Zuhörer emotional zu berühren. 

Auch der Versuch von Sängerin Evelyn Shor Gershin, wie eine Opernsängerin zu klingen, berührt. Zwar nur die Lachmuskeln, das dafür nachhaltig. Sperrig-irrwitzige Violin-Einlagen, abgelöst von instrumentalem Gitarren-Drums-Violinen Krach, kreieren insbesondere im Titellied und dem darauffolgenden Instrumentalstück ein unvergleichliches Erlebnis, das seinesgleichen sucht - meine innere Stimme sagt mir, es wird lange suchen. Sehr lange.

Der Bass nervt schnarrend, die Violine klingt aufreizend unangenehm, die Riffs gestalten sich erfolgreich einfallslos, die Vocals verrecken auf der Suche nach dem richtigen Ton und modern nun fröhlich im kuschelig-digitalen Grab - FATUM AETERNUM ziehen alle Register und bilden gekonnt einen Gegenpol zu etablierten Genre-Größen, die mit Können und großartigen Songs langweilen. 

Der geneigte Leser sei an dieser Stelle vor voreiligen Schlüssen gewarnt, auch die vorliegende EP hat ihre gute Seiten; so eignet sie sich möglicherweise hervorragend zur Schwiegereltern-Abwehr: einfach die herzensguten Helikopter-Schwiegereltern, die für ihr Kindchen nur das Beste wollen, zu einem Abendessen in stilvollem Ambiente einladen, EP einlegen und voll aufdrehen. 

Ob das funktioniert? Probiert es aus:

 

Fazit:
Man kann sie nur lieben, die wackeren FATUM AETERNUM. 



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Wolfgang Milchrahm (15.11.2018)

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