NORDIC UNION - Second Coming

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VÖ: 09.11.2018
Bandinfo: Nordic Union
Genre: Melodic Hardrock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Bei NORDIC UNION haben wir es wieder mit einem Projekt aus dem Hause Frontiers Records zu tun. Bei den Nordmännern handelt es sich um eine Kooperation von ECLIPSE-Mastermind Erik Martensson und PRETTY MAIDS-Frontsau Ronnie Atkins. Wie schon auf dem Debut aus dem Jahr 2016 bietet der passend mit "Second Coming "betitelte Zweitling der Truppe gediegenen Melodic Rock in der Schnittmenge zwischen - wie sollte es auch anders sein - ECLIPSE und den AOR-lastigeren, softeren Songs der Dänen PRETTY MAIDS.
Mittlerweile ist es ja fast schon ein Schimpfwort zu sagen, dass es sich um ein "Projekt" handelt. Meist sind das sehr kurzlebige Zusammenwürfelungen von bekannteren Namen, die sich noch nicht einmal im Studio begegnet sind und dort vorgefertige Songs von Fließband-Songwritern zocken. Die üblichen Verdächtigen sollten bekannt sein. Viele dieser Kooperationen verschwinden meist nach einer Scheibe wieder vom Markt. Im Falle von NORDIC UNION ist das jedoch zumindest anders. Qualitativ gibt es grundsätzlich nichts zu mäkeln. Die Scheibe ist superb produziert von Meister Martensson (was man auch nicht anders erwarten würde), nicht zu soft und bietet alles, was das Melodic Rock-Herz begehrt.

Das eher stampfende "My Fear and My Faith" eröffnet die nächsten gut 45 Minuten Musik. "Because of Us" hätte sich m.E. eher als Opener angeboten, ein flotter Rocker mit einschmeichelndem Refrain und zugleich der beste Song auf "Second Coming". Hierzu gibt es auch ein recht gelungenes Video (siehe unten). Meist bewegt man sich jedoch im Midtempo-Bereich und Songs wie das erwähnte "Because of Us" bleiben leider die Ausnahme.
Weitere Highlights auf "Second Coming" stellen das balladeske "A New Life Begins" sowie das ebenfalls etwas in ruhigeren Gewässern schippernde "Breathtaking" dar. 

Nach mehrfachem Genuss der Scheibe beschleicht einen an manchen Stellen doch oftmals das Gefühl, dass einige Songs Überbleibsel von W.E.T.- oder ECLIPSE-Sessions darstellen und die Songs erscheinen aufgrund ihrer Machart doch etwas gleichförmig. Ein paar Mal mehr aufs Gaspedal getreten hätte da doch manchmal Wunder gewirkt.
Dennoch kann man nicht viel an der Scheibe aussetzen. Man bekommt genau das, was man als Melodic-Rocker erwartet. Ronnie Atkins Stimme lässt auch in fortgeschrittenerem Alter keine Wünsche übrig, auch wenn er hier zwangsläufig seine melodischere Seite zeigt und die metallischere Seite eher unter Verschluß bleibt.

Die ideale Musik für eine längere Autofahrt - auf einer solchen habe ich die Scheibe auch das erste Mal gehört und die Zeit ist gut verflogen. Ein gutes Zeichen. Sicherlich keine Sensation das Ganze, aber für die Melodic-Geeks ein absolut gefundenes Fressen und gute 3,5 Punkte mehr als wert, auch wenn man überinflationären Projekten weiterhin eher kritisch gegenüberstehen sollte.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (15.11.2018)

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