METAL CURCH - Damned If You Do

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VÖ: 07.12.2018
Bandinfo: Metal Church
Genre: Heavy Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Seit der Rückkehr von Mike Howe nach langen Jahren Pause vom Musikbusiness sind METAL CHURCH wieder in aller Munde. Die Reunion-Scheibe "XI" war ein prima Comeback und wer die Jungs bei ihrer letztjährigen Tour, die sie auch durch unsere Breitengrade führte, gesehen hat, konnte sich davon überzeugen, dass das alles andere als eine Altherren-Truppe ist. Im Gegenteil. 

Das Eisen muss geschmiedet werden, solange es heiß ist, und so kommen METAL CHURCH bereits jetzt wieder mit einem neuen Album um die Ecke gebogen. "Damned If You Do" heißt das Ganze und soll an den weitgehend hochklassigen Vorgänger anknüpfen. Untersuchen wir also einmal, ob das auch geklappt hat und wie sich METAL CHURCH auf dem Platz schlagen:

Mit dem Titeltrack "Damned If You", zu dem es auch ein Video gibt (siehe unten), wird ordentlich Gas gegeben: Double-Bass-Drums satt, Stakkato-Riffs par excellence und über allem schwebt ein Mike Howe in Bestform. Der Song ist idealer Opener und auch Vorabauskopplung, der Melodiegehalt stimmt auch und das "Hammmmm"-Element ist irgendwie witzig im Song integriert (Anhören, dann wisst ihr was ich meine). Ein Auftakt nach Maß.

"The Black Things" fährt das Tempo nur geringfügig nach unten. Der Song kickt einen zwar erst nach mehrfachem Hören, dafür aber jedoch umso mehr. Ein echter Grower-Song mit einem klassischem Vanderghoof-Riff.

"By The Numbers" erinnert nicht nur vom Eröffnungsriff her an den Bandklassiker "Start The Fire" von der "The Dark"- Kultscheibe und schneidet gegen diesen nicht wirklich schlecht ab. Auch hier ein passender Chorus. Klasse!

"Revolution Underway" startet balladesk und steigert sich stetig, um dann wieder in einen ruhigen Mittelteil zu münden. Auch hier wieder ein fabelhafter Chorus. Könnte ein künftiger Bandklassiker werden. Mein persönlicher Highlight auf "Damned If You Do".

"Guillotine" fällt wie eine ebensolche über den Hörer her. Eine Speedgranate hoch drei. Band und Fans haben die Halbzeit verdient und gehen erschöpft zum Pausentee. Mal sehen ob die Jungs auch noch Puste für den zweiten Abschnitt haben:

Mit "Rot Away" wird die zweite Spielzeit angepfiffen. Das Teil besticht einerseits durch messerscharfe Riffs und insbesondere die Drums bestechen hier einmal mehr aufs Neue. Der Sound der Scheibe überzeugt durch klare Abgrenzung der Instrumente weit entfernt vom allgemeinen "Loudness War", der auf so vielen anderen Scheiben sein Unwesen treibt. Der Chorus des Songs erschliesst sich zwar auch hier erst nach mehrfachem Hörgenuss, aber lieber so, als wenn einem ein Song bereits nach dem dritten Hören zum Hals raushängt.

In die gleiche Kerbe schlägt "Into The Fold", der zudem mit etlichen Tempowechseln auftrumpft. Die Scheibe scheint wirklich gute Ausdauerfähigkeiten zu besitzen und scheint bereits jetzt auf der Siegerstraße zu sein.

Oftmals wird der Sieg im letzten Spieldrittel verschenkt, doch METAL CHURCH machen da keine Gefangenen: "Monkey Finger" ist ein lässig swingender Rocker mit Hitqualitäten, den ich gerne auf der nächsten Tour live hören würde. 

"Out Of Balance" macht dann den Sack zu: Die Speedgaranate besticht wieder einmal mit einem melodischen Refrain, der zum Mitsingen animiert und ordentlich Arsch tritt. Es sind keinerlei Abnutzungserscheinungen erkennbar - Vergleiche mit der glorreichen Vergangenheit sind durchaus angebracht. Solo-Gitarrenarbeit ebenfalls vom Feinsten. Ich verneige mich schon jetzt und schwenke den Fan-Schal.

Statt sich zurückzulehnen und die Punkte mit Defensive einzufahren, gibt es mit "The War Electric" nochmal einen flotten Rausschmeisser vom Feinsten. Unter Jubel gehen die fünf Kirchenmitarbeiter vom Platz und hinterlassen begeisterte Fans.

Fazit: Der Vorgänger "X" wird locker übertrumpft. Die Band hat ein mehr als überzeugendes Album eingespielt. Produktion top, Songs 1A, grandioses Artwork - I am impressed. Ich kann beim besten Willen keine nennenswerten Schwachpunkte erkennen. Um die Jungs fürs nächste Mal zu motivieren, auch diese geile Scheibe nochmals zu übertreffen, zücke ich mit 4,5 nicht ganz die Höchstnote. "Damned if You Do" stellt einen absoluten Pflichtkauf für jeden Metalhead dar und braucht Vergleiche mit den Bandklassikern aus den 80ern und 90ern wirklich nicht scheuen... Man kann sich auf die 2019er Tour mehr als freuen. Well Done METAL CHURCH! So macht Kirche wirklich Laune.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (06.12.2018)

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