EMPIRE - Glue

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VÖ: 07.09.2018
Bandinfo: EMPIRE
Genre: Rock
Label: Silent Cult
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Lineup  |  Trackliste

Bevor es richtig anfing, war es auch schon wieder vorbei. EMPIRE präsentieren nach ihrem 2013 veröffentlichten Mini-Album 'Where The World Begins', das damals extrem wohlwollend aufgenommen wurde, nun ihr Full Length Debut 'Glue'. Und lassen mit diesem Album den Vorhang auch schon wieder fallen. Am 8. Oktober dieses Jahres verkündete das britische Quintett das 'Aus' ihrer Band. Vielleicht war es der Druck, nach dem anfänglichen Hype wieder zu liefern, wurden sie doch schnell ein 'Darling' der Rock Szene und erspielten sich früh Slots auf großen Bühnen, wie z.B. 2015 beim Takedown Festival und Download Festival oder als Support von Devin Townsend. Was auch immer der Beweggrund war, ihr Vermächtnis, das Anfang September 2018 veröffentlicht wurde, lässt sich auf jeden Fall hören. Man kann jetzt darüber streiten, ob der anfängliche, eher rohe und brutale Sound von 'Where The World Begins' der bessere ist oder ob EMPIRE mit den aktuellen mehr melodischen und weniger komplizierten Tracks mehr Gehör finden. Fakt ist, dass auf 'Glue' fette Gitarrensoundwände und mächtige choralartige Refrains regieren. Joe Green brilliert stimmlich (denkt Bruce Dickinson Mark II) und kommt gegen den schon erwähnten fetten, vielschichtigen Sound locker an.

Gesang und Instrumente nehmen einander nichts weg. 'Colour Of Shame' ist schon ein energetisch geladener Einstieg, der so ziemlich das Maß der Dinge festlegt, die darauf folgen: eine musikalische Watschen; melodischer, peitschender Alternative Rock mit eingängigen und hymnenartigen Refrains. Aber der Fuß ist nicht ständig auf Vollgas. 'Miss Fortune' drosselt innerhalb des Tracks auch hin und wieder das Tempo und unterlegt die ruhigeren Parts mit cleaneren Gitarren und auch 'Rewrite' umgarnt einen innerhalb der Strophen mit sanfteren Abschnitten. 'Time Ain't No Healer' weicht ebenso ein bisschen vom brachialen Sound ab und ist auch vom Rhythmus her entspannter - ein persönliches Highlight. Wie auch 'Sour Tastes', das ein bisschen an den Indie Rock der frühen 2000er erinnert.

Ja, 'Glue' ist ein bisschen angenehmer fürs Ohr als sein Vorgänger. Aber das Album schafft trotzdem diesen Spagat zwischen Mainstream Rock und rohem, spannenden und abwechslungsreichen Sound. Schade, dass es vorbei ist, EMPIRE! Euch hätte ich gerne noch ein Stück weiter begleitet.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Betti Stewart (21.11.2018)

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