UNDERTOW - Reap The Storm

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VÖ: 21.09.2018
Bandinfo: UNDERTOW
Genre: Metal
Label: El Puerto Records
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Lineup  |  Trackliste

UNDERTOW sind seit über zwanzig Jahren eine Konstante im Metal-Zirkus. Die deutschen Metalheads rund um Sänger/Gitarrist Joschi konnten bislang keine großen kommerziellen Erfolge feiern, obwohl man zum Kritikerliebling wurde und die unbeugsame, authentische Haltung der Combo mehr "Metal" ist, als der von Trveness geprägte Habitus vieler Bands. UNDERTOW waren nie konform und haben immer genau das gemacht, was sie wollten. Ihr Frühwerk "Milgram" kann man durchaus als legendär bezeichnen, wenngleich sich der Ruf der "deutschen CROWBAR" (eine Referenz, die die Band nie verstehen konnte), schnell wieder überholt hat, weil man einfach schwer in eine Schublade zu quetschen war und ist. Die Charakertistika der Band waren in all den Jahren viel Groove, ein Hauch Moderne, eine ordentliche Packung Dunkelheit, sowie eine Prise Melodie, die in unterschiedlicher Gewichtung auf jeder Veröffentlichung zu hören war.

Demnach war meine Vorfreude groß, als ich "Reap The Storm" zu hören bekam. Doch man schreibt keine Rezensionen, um Bands, Plattenfirmen oder Fans zu gefallen. Man schreibt sie, um eine ehrliche Meinung zum Gehörten abzugeben. Und in diesem Fall stellte sich Ernüchterung ein. Und zwar nicht deshalb, weil "Reap The Storm" grottenschlecht ist. Nein, auch dieses Album ist gefällig und musikalisch durchaus gut umgesetzt. Doch es packt mich nicht. Manchmal ist der Refrain zu aufdringlich (z.B. "Zero Type X"), manchmal kratzt man ganz einfach nicht die Kurve, um aus einem ansprechenden Song einen wirklich guten Song werden zu lassen. So zum Beispiel bei "Crown Of Scars" oder dem verhältnismäßig flotten "Burdened". Sehr schön sind "Empire", bei dem man mit dunklen Elementen liebäugelt und sich dementsprechender Vocals von END OF GREEN-Sänger Michelle Darkness bedient, oder das MEL C-Cover (!!) "Turn To You". "11 Hours" wiederum ist überraschend ruhig und sehr melancholisch, wenngleich man auch aus diesem Song noch mehr machen könnte. 

Einen Sturm haben UNDERTOW also mit ihrem siebten Werk nicht entfacht. Man ist weiterhin eine gute und interessante Band, doch fehlt mir das gewisse Etwas, um von einem wirklich gelungenen Werk zu sprechen. Eines kann man der Band aber auch 2018 nicht absprechen: In den Punkten Authentizität und Attitüde sind UNDERTOW immer noch vorne dabei. 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: El Greco (27.11.2018)

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