HOTH - Astral Necromancy

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VÖ: 15.06.2018
Bandinfo: HOTH
Genre: Black Metal
Label: Epicurus Records
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Lineup  |  Trackliste

Die US-amerikanische Band HOTH, die sich ihren Namen mit dem Eisplanten aus der fünften Star Wars-Episode teilt, stammt aus Seattle und besteht aus Eric Peters und David Dees. Die beiden Geheimniskrämer, über deren Aktivitäten innerhalb der Band keine weiteren Angaben gemacht werden, treten mit ihrem aktuellen Werk „Astral Necromancy“ zum dritten Mal an, die Welt in Dunkelheit und Kälte zu hüllen. Wie sein Vorgänger ist das aktuelle Werk ein Konzeptalbum. Die Band beschreibt es als eine Sammlung von Ritualen schwarzer Magie, einen Quell verbotenen Wissens mit der Dunkelheit als dem alles umfassenden gemeinsamen Nenner.

„Astral Necromancy“ folgt auf die beiden Studioalben „Infinite Darkness“ (2012) und „Oathbreaker“ (2014) und führt die dort beschrittene musikalische Reise fort. Das Debut präsentierte noch überwiegend Melodic Death Metal mit gelegentlichen Ausflügen in den Black Metal. Während sich das Zweitwerk schon stärker dem Schwarzmetall anbiederte, scheint diese Wandlung auf "Astral Necromancy" vollzogen. So spielen HOTH auf ihrem Drittwerk einen mystisch angehauchten und äußerst melodieverliebten Black Metal, der überwiegend von griffigen Leadgitarrenläufen getragen wird. Die drückende Rhythmusgitarre bewahrt dabei noch einen kleinen Rest Death Metal und schafft ein hörbares Bindeglied zu den Vorgängeralben.

"Astral Necromancy" kommt ohne Umschweife auf den Punkt und zeigt in dieser Hinsicht eine dankenswerte Verschlankung gegenüber den langen Instrumentalstrecken auf "Oathbreaker". Die Kompositionen sind vielschichtig und abwechslungsreich, aber zugleich schlank und auf das Wesentliche reduziert. Sie sind nicht mit unnötigen Spuren überfrachtet und lassen ihren Instrumenten hörbaren Raum zum Atmen. Dazu passt auch die saubere und nur wenig nachhallende Produktion. Jede der moderat verzerrten Noten erklingt, entfaltet ihre Wirkung und verschwindet anschließend wieder in den Tiefen des Alls. Man hört regelrecht die kleinen schwarzen Löcher zwischen den Tönen, wodurch die Musik ein hohes Maß an Dynamik erhält. Nebenbei kann man hierdurch den Gesang sehr gut verstehen.

Besonderes Ohrenmerk erspielen sich HOTH gleich im Opener "Vengeance", der mit gelungenen Stimmungswechseln aufwartet. Hier wechseln neben dem Gesang auch die Instrumente ihre Farbe - die hochtönigen Leads und das Krächzen verstummen, die Basssaiten der Gitarre begleiten einige wütend in den Äther gebrüllte Zeilen, anschließend kehrt alles wieder zurück zum Ursprung. Auch "Citadel Of The Necromancer" oder das mit Klargesang geschmückte "Journey into the Eternal Winter" setzen sich im Gedächtnis fest. Am Ende fällt es jedoch schwer, Highlights auf "Astral Necromancy" auszumachen, denn gravierende Qualitätssprünge gibt es nicht zu beklagen.

HOTH haben sich Stück um Stück vom melodischen Death Metal hin zu einem ebenso melodieliebenden Black Metal gespielt. Mit "Astral Necromancy" liegt der Fokus bisher am stärksten auf der Farbe Schwarz und der Dunkelheit. Wer sich darauf einlässt, den nehmen die Seattler mit auf eine verbotene Reise in die Finsternis, auf der es viel zu entdecken gibt. Seid ihr bereit?

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (26.11.2018)

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