TREAT - Tunguska

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VÖ: 14.09.2018
Bandinfo: TREAT
Genre: Melodic Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Ich war ja beim letzten Album „Ghost Of Graceland“ sehr überzeugt von TREAT und begeistert von ihrer Mischung aus hartem, rockigen Sound mit viel Keyboard und unzähligen melodischen Chorus-Passagen, den sie über die Jahre ins neue Jahrtausend gerettet haben. 2018 haben sie zum Glück nichts von ihrer Spielfreude und Songwriting-Kompetenz verloren, und das neue Album „Tunguska“ bietet genau das, worauf sich der TREAT Fan freut: melodischen, rockigen Hard Rock der alten Schule mit tollen Vocals und gelegentlichem Boyband Einsatz. Das können die Schweden einfach perfekt und klingen mit ihrem Ergebnis um Längen besser als so manche junge Band.

Dem in die Beine fahrenden Rhythmus von Songs wie „Best Of Enemies“, „Riptide“ oder „All Bets Are Off“ kann man sich nicht entziehen. Man ist bei vielen Nummern auch versucht, lauthals mitzusingen, was natürlich nicht so toll aussieht und klingt bzw. Kopfschütteln auf sich zieht, wenn man dies im Auto (also öffentlich) macht.

Die Songs haben fast alle das gleiche Grundkonzept, nämlich gute, melodische Riffs, dazu passende Keyboardklänge und harmonischer Gesang (beim Sänger und den Backing Vocals). Mal sind sie nachdenklicher und kompakter („Rose Of Jericho“ oder „Man Overboard“), dann fetziger und mit härteren Soli („Heartmath City“). Grundsätzlich kann man sich von der ersten bis zur letzten Nummer der Überzeugungskraft dieser melodischen Musikstücke nicht entziehen. Und Sager wie „Come on boys, let’s go“ sind noch immer aktuell, auch wenn man mit den Jahren älter wird.

Was sie sich zum Glück sparen, sind diese soften und triefenden Herzschmerz/Lovesongs, die viele Melodic Bands auf die Alben packen. Nur bei „Tomorrow Never Comes“ duseln TREAT ein wenig mit Pianoklängen dahin, die schönen, cleanen Vocals sorgen aber dafür, dass es nicht abgleitet und ab dem Refrain wird es wieder schwungvoller und der Song erhält einen intensiveren Sound. Auch ein Titel wie „Build The Love“ bedeutet nicht, dass man nun ins Schmalztöpfchen greift. Es gibt nur mehr Keyboard, und es wird ein klein wenig weicher, der Speed und die flotten Riffs bleiben.

Die zwölf Songs erfreuen den TREAT Fan und sind bis auf wenige Ausnahmen sehr groovig, teilweise mutieren sie zu richtigen Mitsing- und Partynummern und wahren Hard Rock-Freuden. Es gibt kein fades Stück und auch Langeweile tritt nie ein. Die Band wird praktisch von Album zu Album besser und der Neuling „Tunguska“ ist bestens geeignet, noch mehr Melodic Rock Fans von der TREAT-Qualität zu überzeugen.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (03.12.2018)

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