THIRDMOON - Terrarum Exuviae

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VÖ: 01.12.2018
Bandinfo: THIRDMOON
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Elf Jahre. So lange hat es gedauert, bis ein kleiner Rezensent, bekennender Fan einer der besten Melodic-Death-Gruppen die die Alpenrepublik je hervorgebracht hat, endlich deren neuestes Werk in Händen halten konnte. Ganz unspektakulär, ohne viel Trara, hatten sich die verbliebenen drei Mitglieder von THIRDMOON (Wolfgang Rothbauer, Johannes Jungreithmeier und Dominik Sebastian) im Studio verschanzt, um am lange angekündigten Nachfolger des bereits 2007 erschienenen „Dimorphic Cynosure“ zu arbeiten. Und dann war es da, einfach so: „Terrarum Exuviae“, das sechste Album der bald 25 Jahre aktiven Linzer.

Eines kann man gleich vorweg sagen: „Terrarum Exuviae“ ist epischer als seine Vorgänger, durch deutlich erhöhte Einbindung symphonischer Elemente, die jedoch auf songdienliche, unaufdringliche Weise Atmosphäre kreieren. Gleichzeitig verbinden THIRDMOON auf ihrem neuen Album sowohl die früheren Wurzeln im Black Metal, als auch die todesmetallischen Klänge der jüngeren Veröffentlichungen auf gekonnte Weise, was aus „Terrarum Exuviae“ ein äußerst vielschichtiges Album macht.

Nach einem stimmungsvollen Intro liefert dann gleich der erste Song „Among The Demons“ einen perfekten Überblick, was man auf „Terrarum Exuviae“ noch zu hören bekommen wird: Episches, rollendes Death-Riffing, treibendes Schlagzeugspiel, einen leichten Anflug schwarzmetallischer Raserei, epische, unaufdringliche Orchestrierung und einen Wolfgang Rothbauer, der beherzt losgrunzt wie ein junger Gott. Astreine Melodic-Death-Brecher, trotz vieler orchestraler Passagen unkitschig („Reborn Through Scars“, „Decline In Chaos“) wechseln sich mit Ausritten in elegische Black-Metal-Welten und schwarzmetallische Raserei („Hateshaped“) ab und finden sich zu düster und bedrohlich klingenden und doch gleichzeitig wunderschönen Titeln zusammen, wie dem eindringlichen „Kaleidoscope Of Mourning“.

Die Highlights des Albums finden sich aber im hinteren Bereich: „Autumnal Moonlight“ schlägt mit beruhigtem Streicherbeginn in die epische Kerbe und blastet dann richtig deftig los. Das Riffing schwer im elegischen, schwermetallischen Bereich verwurzelt und immer wieder von den typischen, träumerischen Akustikgitarren durchbrochen, entwickelt sich der Titel durch seinen großartigen Spannungsbogen und die exzellent transportierte, getragene Atmosphäre schnell zu einem der hervorstechendsten Songs des Albums. Es muss aber nicht immer blastbeaten, um richtig zu knallen - in „Ghost Of Tears“ nehmen THIRDMOON das Tempo ein wenig heraus und kreieren mit besonders hervorstechenden, harmonischen Gitarren und einer einer Spieluhr-ähnlichen Melodie einen besonders eindringlichen Titel, der der in Verbindung mit dem düsteren Text und Wolfgangs herzzereißendem Growling noch einmal ein Glanzlicht unter das Album setzt. Der Gong einer Standuhr, der den Song beschließt, jagt einem eine unwillkürliche Gänsehaut über den Rücken, ehe das Outro „Is This The End?“ mit sanften Akustikgitarren, sachten Streichern und melancholischen Sprechpassagen „Terrarum Exuviae“ würdig ausklingen lässt.

Die Linzer bieten mit ihrem lang ersehnten neuen Output eine klare Weiterentwicklung, beziehungsweise Zusammenführung dessen, was wir bereits von THIRDMOON kennen und schätzen und das auch auf produktionstechnisch gewohnt hochwertige Weise. Vielfältige Elemente aus den extremeren Metal-Strömungen, auf einem melodischen Bett zusammengemixt, machten seit jeher den charakteristischen Sound der Band aus, die sich starren Genreklassifikationen immer entzog. Mit „Terrarum Exuviae“ sind THIRDMOON einen Schritt zugänglicher geworden, weniger sperrig und fordernd, dafür abwechslungsreicher, eingängiger und mitreißender als je zuvor – ob man das nun als Lob oder als Kritik sehen soll, darf jeder für sich selbst entscheiden. Wie beinahe üblich, braucht auch das sechste Album den einen oder anderen Hördurchlauf, bis sich die volle Intensität der Kompositionen erschließt und man die Scheibe so sehr ins Herz schließt, dass sie Potenzial zum Dauergast im heimischen CD-Schacht hat. Was lange währt, wird endlich gut.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (02.12.2018)

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