ARION - Life Is Not Beautiful

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VÖ: 19.10.2018
Bandinfo: ARION
Genre: Melodic Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Der Name Riku Pääkkönen wird wahrscheinlich nur wenigen etwas sagen. Dabei gäbe es ohne diesen Mann einige sehr bekannte und beliebte Bands nicht. Er ist nämlich das Mastermind, das hinter CHILDREN OF BODOM, NIGHTWISH oder SONATA ARCTICA stand. Vor ein paar Jahren zeigte er wieder ein gutes Händchen und nahm die jungen Finnen von ARION unter Vertrag. Mit seinem Wissen und Gespür für Symphonic und Power Metal haben die Jungs nun den richtigen Partner, um ihre Vielseitigkeit und Genialität unter Beweis zu stellen. Nach ersten Erfolgen in Japan und der Debut EP “New Dawn“ 2013 wurden im Laufe der letzten Jahre einige hervorragende Singles veröffentlicht.

2018 begann man diese Singles zu sammeln und mit neuem Material auf ein Album zu packen, das nun vorliegende „Life Is Not Beautiful“. Wer noch nie was von ARION gehört hat, kommt somit in den Genuss, ihre faszinierende musikalische Mischung aus Schönheit und Wildheit kennenzulernen. Fad wird es bei ARION nie. Die Band kombiniert mit Können, Wagemut und Feingefühl harmonische, ruhige Keyboardklänge mit knackigen Riffs und rasanten Gitarrensoli. Der antreibende Doublebass und die wummernden Bassbeats werden mit schönen Chören und orchestralen Parts ausgeglichen. Das "Tüpfelchen auf dem i" jedes Songs erzeugt der talentierte Sänger Lassi. Er spielt beziehungsweise singt alle Stückerl, meist alleine, aber auch mit Hilfe von Bearbeitung. Man schmilzt bei seinem schönen Gesang bei den Balladen „Through Your Falling Tears“ oder „Last One Falls“ einfach dahin. Bei diesen ruhigen Nummern kommt seine Stimme bei Pianobegleitung am besten zur Geltung. Und wenn die Chöre einsetzen, wird es gelegentlich schon richtig kitschig. Genauso hat Lassi aber Screams drauf und einen intensiven, harten Gesang, wenn es um die kraftvolle und energiegeladene Version des Metal geht. So zum Beispiel beim finnischen Power Metal-Mega Hit „At The Break Of Dawn“, wo er sich die bekannte Stimme von Elize Ryd (AMARANTHE) als Duettpartnerin an seine Seite holt.

Neun teils sehr lange Songs finden sich auf dem neuen Album, dazu noch drei ältere Werke als Draufgabe. Ein episch angehauchtes Intro läutet das Album ein, dann folgt das bissige „No One Stands In My Way“, wo man zum ersten Mal mit der rohen Power der Band in Kontakt kommt. Die Nummer heizt ordentlich ein, man mag Keyboard und orchestrale Einsätze hören, aber es ist gewaltig viel Kraft und auch Wut dahinter. Danach folgt schon das bereits angesprochene Duett. Die gemeinsamen Parts und Refrains der speedigen Nummer „At The Break Of Dawn“ singen Lassi und Elize sehr harmonisch und leicht zurückhaltend, der Symphonic-Anteil ist hoch. Wenn jeder der beiden für sich singt, legen sie viel Energie in die Vocals und treiben die Nummer voran. Ein Song, der ins Ohr geht und auf jeden Fall zu meinen Favoriten zählt.

„The Last Sacrifice“ ist düster, die abgehackten Takte erzeugen Spannung und ein sich widersprechendes Klangbild. Es gibt von allem etwas und insgesamt wirkt dieses Stück wie eine Begleitung zu großem Kino. Mit Pauken und Fanfaren und Chor ist es gut sechs Minuten lang und episch. Es kommt alles zum Einsatz, Orchester, Keyboard, Metalband, Chor.

„Unforgivable“ ist eine harmonische Mischung aus Keyboard, Chor, elektrischen Klängen und Band. Das Schlagzeug treibt den Song voran, ebenso die Riffs, die dem Song trotz Harmonien, Chor und Keyboardklängen harte Ecken und Kanten verpassen. Der Song kristallisiert sich sehr schnell zu einer Powerhouse-Nummer heraus. Genauso energiegeladen „Punish You“, wo das schnelle Gedresche am Schlagzeug im Wechsel mit den Vocals eine eigene Atmosphäre erzeugt. Die Backingvocals stehen im Gegensatz zu den düsteren Bässen und dunklen Riffs die nach Industrial klingen. Die kreischende und fetzig gespielte Sologitarre sorgt auf eigene Art für einen Stimmungswechsel in diesem Song.

Ansätze in Richtung Modern Metal zeigt „Life Is Not Beautiful“. Der Titletrack hat aber auch ruhig-intensive Klänge beim Refrain. Ganz eindeutig steht dieser Song für die für ARION typische Mischung aus Schönheit und Wildheit, die ihren Widerhall bei Keyboard + Chor sowie Schlagzeug/Doublebass, Bass und auch Keyboard + Vocals findet. Je nach benötigter Stimmung wird entsprechend Einsatz geliefert, zwischendurch auch mit Streichern und ruhiger Gitarre sowie nachdenklichen Riffs gearbeitet. Ein sehr variables Songwriting, das den Hörer fordert und immer wieder überrascht.

In Summe ein hervorragendes Album, das auf jeden Fall den Fans der nordischen Power Symphonic Metal-Bands gefallen wird. Die jungen Finnen von ARION zeigen eine kraftvolle Ursprünglichkeit, die einen in ihren Bann zieht und paaren ihre Songs mit Emotion und Können. Echt lässig.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (10.12.2018)

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