CARNATION - Chapel Of Abhorrence

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VÖ: 17.08.2018
Bandinfo: CARNATION
Genre: Death Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

CARNATION sind eine junge Death Metal Band aus Schwe..., ähm, Belgien. Gitarrist Jonathan Verstrepen, seines Zeichens Connaisseur und Aficionado des Death Metal der alten Schule, gründete die Band 2013, um seiner Vorliebe Forum und Gehör zu verleihen. Nach einer EP ("Cemetery Of The Insane", 2015) und zwei Live-Veröffentlichungen gibt es nun mit "Chapel Of Abhorrence" das erste reguläre Studioalbum des Quintetts zu bewundern.

Wie der aufmerksame Leser anhand des (beabsichtigten) Freud'schen Vertippers im einleitenden Satz erahnen kann, sind die fünf Belgier dem schwedischen Death Metal nicht abgeneigt. Und damit liegt er goldrichtig, denn CARNATION feiern den Alte-Schule-Death-Metal der 1980er und 1990er Jahre und erinnern dabei insbesondere an Vertreter aus Schweden. Von Reminiszenzen an UNLEASHED oder ENTOMBED bis hin zum typischen Schweden-Death-Gitarrensound gibt es allerhand Elchiges zu entdecken; von vereinzelten KRISIUNesken Blast-Attacken vielleicht mal abgesehen. Der Sound ist makellos und bis ins Detail auf Death Metal optimiert. Das mag eventuell darauf zurückzuführen sein, dass die Bandmitglieder Yarne Heylen (Bass) und Bert Vervoort (Gitarre) höchstpersönlich für Produktion und Mixing verantwortlich zeichneten und offenkundig viel Liebe und Herzblut in ihr Baby steckten.

Meine persönlichen Favoriten auf "Chapel Of Abhorrence" sind "Hellfire" und der Titelsong, aber auch der Rest ist ohne Einschränkung hörenswert und von gleicher Qualität. Die besagte Nummer "Hellfire" zeichnet ein Bild von der Hölle und gibt einen Ausblick auf das, was demjenigen blüht, der ein sündhaftes Leben führt und täglich brav seinen Metal hört. Dabei war ich bisher immer der Meinung, dass den Höllenbewohner allabendliche MOTÖRHEAD-Konzerte und Met-Verkostungen mit dem seligen Valfar (WINDIR) erwarten. Das schleppende "Disciples Of Bloodlust" erzählt von Vampir-Essgewohnheiten und hat irgendwie etwas von einem Monolog aus der "Blade"-Trilogie. "Fathomless Depths" gibt die Gedanken eines mit Betonschuhen Versenkten wieder - oder ist es am Ende vielleicht doch eher im übertragenen Sinne gemeint ("As the weight of the world starts to crush on my shoulders deep, I’ve sunk so deep...entering fathomless depths")? Wie man nach einem kurzen Studium der Lyrics bemerkt, sind diese gut geschrieben, weder stumpfsinnig noch langweilig und regen zu bierseligen Diskussionsrunden an.

Ernsthafte Kritikpunkte sind nur mit bösem Willen auszumachen. Die spielerischen und songwriterischen Fertigkeiten zeigen Klasse und es gibt keine halbgaren oder schlechten Songs. Die Produktion ist vorbildlich und an der Front haben wir eine Röhre, die wohl die George-Fisher-Gesangsschule mit summa cum laude abgeschlossen hat. Allenfalls kann man (auf hohem Niveau) bekritteln, dass CARNATION den Großtaten ihrer eigenen Vorbilder nacheifern und wenig neue Impulse setzen. Kann man, muss man aber nicht. Fakt ist: "Chapel Of Abhorrence" ist Death Metal par excellence und ein gewaltiges Brett.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (20.12.2018)

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