DIVINE ASCENSION - The Uncovering

Artikel-Bild
VÖ: 16.11.2018
Bandinfo: DIVINE ASCENSION
Genre: Progressive Power Metal
Label: ViciSolum Productions
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Nach vier Jahren Wartezeit erschallt wieder progressiver Powermetal vom fünften Kontinent zu uns herüber. DIVINE ASCENSION haben mit „The Uncovering“, nach dem starken „Liberator“ von 2014, wieder ein neues Album am Start. In der Zwischenzeit konnte man die Truppe 2015 als Support von STRATOVARIUS auch in heimischen Landen erblicken und es gingen über die Jahre ein paar Musiker verloren, sodass die Australier nun nur noch als Quartett firmieren. Doch die verminderte Besetzung tut der musikalischen Wand, die DIVINE ASCENSION auffahren keinen Abbruch.

Schon im epischen Opener „Evermore“ fällt auf, dass sich die Band die Kritikpunkte des letzten Albums zu Herzen genommen hat: Jennifer Borgs klare, kraftvolle Stimme, die sich angenehm vom weichlichen Trällerelsen-Timbre vergleichbar orientierter Gruppen abhebt, ist nun deutlich klarer in den Vordergrund gestellt als noch bei „Liberator“, dafür ist das zu dominante Keyboard in den Hintergrund gerutscht, wo es hingehört und dem Sound unaufdringlich Volumen gibt. Das rückt die Australier in die stilistische Nähe von AFTER FOREVER, was sich beispielsweise im getragenen „Pursuit Of Desire“ zeigt, das durch das Zusammenspiel männlicher und weiblicher Vocals eine schöne Atmosphäre erhält. „Revolution Phase“ überrascht mit etwas Geschrei und Gangshouts im Hintergrund und offenbart eher düstere Atmosphäre, wohingegen „Beyond The Line“ am anderen Ende des Spektrums angesiedelt ist und gesanglich gar ein wenig kitschig rüberkommt und mit Musical-Anleihen spielt.

Dafür erweist sich „One Step From Here“ wieder etwas griffiger und härter und schiebt Elemente aus moderneren Metal-Strömungen dazwischen. Woran es bei DIVINE ASCENSION aber, trotz aller zur Schau getragenen musikalischen Klasse und herrlich verwobener proggiger Strukturen im melodischen Bett noch immer etwas hapert  sind die zwingenden Hooklines in den Refrains, die den Hörer packen und nicht mehr loslassen. Gerade hier bleibt einiges Potenzial auf der Strecke, wie man am besten in „The Fallen“ sehen kann. Das ausladende „New World“ punktet durch Abwechslungsreichtum und einen schönen Spannungsbogen, kann aber ebenfalls durch den allzu simplen Refrain nicht so sehr packen. In „Bittersweet Divide“ finden DIVINE ASCENSION aber dann doch noch die perfekte Balance zwischen proggigen Strukturen, dramatischen Arrangements, schlüssigem Spannungsbogen und einem sich angemessen festsetzen könnenden Refrain.

Unterm Strich bewegen sich DIVINE ASCENSION auch mit „The Uncovering“ in etwa der gleichen Liga wie mit dem Vorgänger. An einigen Kinderkrankheiten von „Liberator“, speziell im Mix, wurde deutlich nachgebessert, dennoch kann man sich des Gefühls nicht ganz erwehren, dass der letzte Zacken zum Wow-Effekt noch fehlt. „The Uncovering“ ist speziell musikalisch ein äußerst starkes Album geworden, bewegt sich im gefällig-proggigen Bereich, lässt aber leider die wirklich zwingenden Momente noch vermissen. Wer den Vorgänger mochte, der wird mit dem neuen Output sehr viel Freude haben und auch Fans oben genannter stilistischer Referenzen dürfen gerne ein Ohr riskieren!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (15.12.2018)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: CHILDREN OF BODOM - Hexed
ANZEIGE