ADDER'S FORK - The Individualist

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VÖ: 00.12.2018
Bandinfo: ADDER'S FORK
Genre: Gothic Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

ADDER'S FORK aus Niederösterreich ist ein Soloprojekt, in dem Gitarrist Marko Köfler seine Liebe sowohl zu schwermetallischen Klängen, als auch zu Gothic Rock im Stile von THE SISTERS OF MERCY, THE CURE, THE SOUND und vergleichbaren Bands ausdrücken möchte, aber auch den Bogen zu härteren Subgenres schlagen will. Das funktionierte mit ein paar Abstrichen bereits auf dem Debüt „A Farewell To Expectations“, welches wir in unserer Underground-Reihe vorstellten, ziemlich gut. So fügt Köfler seinem Projekt mit „The Individualist“ eine neue EP hinzu, in der er sich gewachsen zeigt.

„The Individualist“ ist stilistisch kohärenter und arbeitet die Eckpfeiler des Sounds, den Köfler mit seinem Projekt erreichen möchte, deutlich besser heraus. Auch was die Produktion angeht, wurde an einigen Stellschrauben gedreht, sodass die EP nun klarer und weniger dumpf als noch das Debüt klingt, aber natürlich nicht mit der Tiefe einer hochbudgetären Aufnahme mithalten kann – aber das steht hier nicht zur Debatte. Freunde düsterer Klänge und harmonisch-dunkler Gesänge dürfen sich dennoch über ein gut gemachtes Stückchen Gothic Rock freuen, das von einem stimmungsvoll-melancholischen Intro eingeleitet wird.

Der Titeltrack „The Individualist“ startet dann mit einer wunderbaren Panflöten-artigen Gitarrenmelodie und zarten Klavierklängen. Ein schön geschmeidiger Gothic-Rock-Song, der mit starker Gesangslinie aufwarten kann, dessen Gitarrensolo aber durchaus prägnanter und kürzer ausfallen hätte können. „Witchgrove Montain“ liefert einige Doublebass-Attacken, während  „We Stare Into The Fading Sun“ eher folkig-beschwingt startet und hernach etwas vertrackt und sperrig zwischen knackigen Riffs und melancholischen Passagen mäandert. Gerade der Instrumentalpart im hinteren Drittel zieht sich dann doch ein wenig und hätte im Kontext etwas weniger ausladend ausfallen dürfen. Dafür zeigt sich „A Wall Behind The Curtain“ vergleichsweise aggressiv und bleibt trotz Tempowechseln dank durchgängigem Spannungsbogen kurzweilig – und überrascht gar mit verstörendem Gelächter in Verbindung mit einigen kurzen Growl-Anflügen.

Nebst ein paar kleineren Kritikpunkten besticht „The Individualist“ wieder mit starker Atmosphäre und blitzsauberem Handwerk, sodass man als scheuklappenfreier Gothic-Hörer auf seine Kosten kommt. Die Stärken von ADDER'S FORK liegen vor allem im Gesang und der Fähigkeit Emotionen zu transportieren, was das Projekt in die Nähe seiner stilistischen Vorbilder rückt, dafür muss man beim Zusammenspiel von Tempowechseln und längerer repetitiver Passagen einige Abstriche machen, da die bewusste Diskrepanz der Stilistiken nicht immer vollständig unter einen Hut passen will. Man darf zu Recht gespannt sein, wie sich das Projekt ADDER'S FORK weiter entwickeln wird!

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (16.12.2018)

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