THE DEEP - Watching you

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VÖ: 00.00.2018
Bandinfo: THE DEEP
Genre: NWoBHM
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Es gab Zeiten, da hat meinereiner ja schon nicht mehr an einen Nachfolger von THE DEEPs wunderhübschen Erstling "Premonition" geglaubt, denn den Briten wollte auf ihrem Weg zum neuen Release so in etwa alles schief gehen. Auf ein kleines bis mittelschweres HickHack mit dem Studio folgte der Ausstieg des Drummers. Ersatz wurde aber bald mit Alan Mogg gefunden. Das Studioproblem löste sich irgendwann auch auf und endlich konnten die begonnenen Aufnahmen weitergetrieben werden. Und tatsächlich haben THE DEEP allen Hindernissen getrotzt und stehen nun mit ihrer EP "Watching You" in den Startlöchern. 

Nun stellt sich nur noch die Frage, ob die Herrschaften von THE DEEP es auch geschafft haben, sich das NWOBHM-Gewand, das sie auf "Premonition" mit Stolz getragen haben,  erneut überzustülpen. Und die Antwort lautet eindeutig JA. Mit vier regulären Songs in feinstem Stil der alten Zeiten, aber gleichermaßen frisch und spaßig und einem in etwa ebenso langem Live-Päckchen  kann sich "Watching You" durchaus hören lassen. Auch wenn textlich Kritischeres und Düstereres verwurstet wird, als der starke und feierbare Sound vermuten lassen möchte, tut dies der Qualität keinen Abbruch. 

Zurück katapultiert in die Glanzzeiten der NWOBHM lauscht man auf "Watching You" erst mal "Prepare To Rock", dessen Name tatsächlich Programm ist. Zügiges Spiel und die hohen, aber keineswegs schneidenden Vocals zeigen die angestrebte Marschrichtung an. Außer dem Ausreißer "Watching You", das düsterer und im Midtempo-Tanzanzug ankommt, fügen sich auch die weiteren Songs widerstandslos in diesen flotten Hard Rock ein. Das Live-Set bietet dann noch eine Auswahl der größten Kracher des Debuts "Premonition" in einwandfreier Aufnahme und mit einer ganzen Ladung Gute-Laune-Faktor, den die Band live problemlos auf die Bühne raspelt. 

THE DEEP zeigen mit ihrer aktuellen EP "Watching You" problemlos, dass man mit Spaß an der Musik auch richtig guten Sound auf eine Scheibe pressen kann, sich eines Genres bedienen kann, das zwar nichts mehr Neues zu bieten vermag und trotzdem frisch und rostfrei Laune macht. Hierbei kann sich der Genre-Fan durchaus auf ein Wagnis einlassen, ohne ein großes Risiko einzugehen. (Und kleiner Tipp von mir: Wem "Watching You" zusagt, der kann sich gut und gern auch noch am Debut "Premonition" vergreifen, ohne es bereuen zu müssen.)



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (10.01.2019)

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