DARKEST HORIZON - Aenigmata

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VÖ: 05.10.2018
Bandinfo: DARKEST HORIZON
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Glückstreffer, die gibt es immer wieder. Mancher mag vielleicht die Augen verdrehen, wenn wieder einmal so ein abgehobener Musikrezensent davon schwadroniert, dass er irgendein Konzert lediglich wegen der Vorband(s) besuchte – doch oftmals ist es wirklich so. DARKEST HORIZON gehören zu genau dieser Kategorie, über die dieser Schreiberling durch puren Zufall stolperte und frohen Herzens selbst für einen Supportgig wieder längere Wege auf sich nehmen würde. Mit „The Grand Continuum“ (aus dem Jahr 2014 - leider kein Review hierzu, Asche auf unser Haupt!), das sich eine 4,5 redlich verdient hätte, schafften es die Deutschen, nachhaltig zu beeindrucken. Das Album entwickelte sich zum haltbaren Stammgast im heimischen CD-Schacht, somit war die Erwartungshaltung für das für 2018 angekündigte neue Album „Aenigmata“ ziemlich hoch.

Und in der Tat machen DARKEST HORIZON genau dort weiter, wo sie mit „The Grand Continuum“ aufgehört haben – und das ist auch gut so! Was auf den beiden ersten Publikationen (zB „Scattered Worlds“, welches bei einem Kollegen auf wenig Gegenliebe stieß) vielleicht noch ein wenig holprig klang, das haben die sechs Deutschen inzwischen perfektioniert - nämlich die Vermischung von ausladenden, melodischen Soundtrack-Welten und einer guten Portion Melodic Death Metal. Dadurch dass sich DARKEST HORIZON selbst der mehr melodischen, stark in Richtung Filmsoundtrack-ähnliche Strukturen gehenden Ecke sehen, auf die bereits der dramatisch arrangierte Opener „Omnipotence Paradox“ verweist, darf man natürlich nicht die größten Härteeskapaden erwarten, obgleich die Gitarristen stets flinke Finger beweisen und auch das Schlagzeug häufig im oberen Geschwindigkeitsbereich rattern darf (zB in "The Lunar Effect", „Catharsis For A Heartbeat“...)

Einen einzelnen Song herauszupicken fällt schwer – am ehesten vielleicht „Cryonics“ mit seiner gnadenlosen Hookline, welche kerniges Growling und Stakkato-Riffs mit äußerst breitwandiger Keyboard-Symphonic kombiniert und daraus einen schlüssigen, zu keiner Sekunde langweiligen Titel schmiedet. Auch „Elysium“ bringt das Soundtrackfeeling, das die Band durch ihre ausladenden Kompositionen erreichen will, sehr authentisch rüber. Die Kompositionen von DARKEST HORIZON greifen auf Albumlänge ausgeklügelt ineinander und sind zum Träumen und darin Versinken gemacht, als Soundtrack für die imaginären Schlachten eurer Fantasie, für Ausschweifungen in die Reiche der Träume, in denen man alles sein kann und darf.

Den Ohrwurmfaktor und die Eindringlichkeit von „The Grand Continuum“ erreichen DARKEST HORIZON zwar nicht ganz, dennoch ist „Aenigmata“ ein äußerst starkes Album geworden, das keine Längen oder gar Ausfälle bereithält. Thematisch widmen sich die Songs diversen rätselhaften und doppeldeutigen Dingen und Situationen und vertonen dabei auf äußerst elegante Weise die verwirrenden Fragen der menschlichen Existenz (Woher? Wohin? Und wer hat schon wieder die Klopapierrolle verkehrt herum eingebaut? - il lectore). Dabei verweben sich die einzelnen Songs zu einem schlüssigen Ganzen, das sowohl in seiner Gesamtheit als auch in Einzelteilen den Hörer zu packen vermag. Lediglich die Produktion ist zum Teil (vor allem was das Schlagzeug angeht) etwas zu klinisch geraten, gibt aber dennoch allen Instrumenten des reichhaltigen Spektrums von DARKEST HORIZON genügend Raum, um sich zu entfalten. Freunde pathosreicher, epischer Kost sollten „Aenigmata“ keinesfalls versäumen!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (06.01.2019)

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