SEVEN THORNS - Symphony of Shadows

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VÖ: 14.12.2018
Bandinfo: SEVEN THORNS
Genre: Power Metal
Label: Mighty Music
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Lineup  |  Trackliste

Nachdem die Dänen letztes Mal den äußerst minimalistischen Albumtitel "II" für ihr zweites Werk gewählt haben, werden sie nun richtig kreativ. "Symphony Of Shadows" heißt die Scheibe, die Mitte Dezember, also gut vier Jahre nach Nummer zwo, erschien.
Und es hat sich einiges getan. Nicht nur wurde ein Teil der Mannschaft ausgetauscht (fällt vor allem beim neuen Sänger Björn Asking auf), auch beim Stil ist man dunkler und heavier geworden, sodass man nun hie und da Vergleiche mit SYMPONY X  ziehen mag.

Der Albumtitel „Symphony Of Shadows“ passt recht gut für das dunkel angehauchte Werk der Dänen. Mit dem neuen Sänger – dessen Stimme mir persönlich nicht mehr so gut gefällt wie die vom Vorgänger – gehen sie auf eine Reise in die Schattenwelt und erzeugen mit ihrem Songwriting und den heavy Melodien, die doch recht eingängig sein können, eine melodische, dunkle Welt. Ihre Instrumente beherrschen die Jungs ausgezeichnet, die Vocals jedoch sind mir ein wenig zu glatt und gleichmäßig geraten. Insgesamt zieht sich aber leider immer wieder das gleiche Schema durch.

Die Songs sind ziemlich gleichförmig, nur wenige heben sich ab. Es läuft immer nach dem gleichen Power-Schema: eingängige Melodien begleitet von lässiger Keyboard-Begleitung (sehr oft orchestral gespielt) und satten Bässen, Vocalpart und dann lange, technisch eindrucksvolle Gitarrensoli/-spielereien im Mittelteil. Zwischen den einzelnen Songs ergibt sich daher oft nicht viel Unterschied und es plätschert in typischer melodischer Powermetalgangart dahin.

Der Startsong klingt ein wenig nach Dracula und dazu passt auch der Songtitel „Evil Within“. Abgehackte Chords, Gitarrenspielereien und ein dunkler Bass sorgen für einen Sound, der für Filme des Schattens gemacht ist. Bei „Ethereal“ hebt sich der Anfang mit dem Keyboard ab und der Song ist melodiöser und durchdringender als die Vorgänger. Dieses Stück mischt auf jeden Fall in der Liga der besseren Powermetal Bands mit. Die Melodien bei „Beneath A Crescent Moon“ klingen ein wenig orientalisch, „Castaway“ ist gesanglich hie und da a bissi zäh geworden, „Last Goodbye“ bringt auch nicht viel Neues.

Dann der sphärische Einstieg zu „Virtual Supremacy“. Das ist mal ein wenig anders als das bisherige Material. Der Gesang ist wilder, düsterer, tiefer und weckt aggressive Emotionen und Erinnerungen an so manchen grölenden Metalsänger. Diese Kombination ist nicht schlecht und holt die Nummer aus der Masse der Songs heraus.

„Shadow’s Prelude“ ist ein netter, gut einminütiger Instrumental-Track, der zum Höhepunkt überleitet, dem letzten Song des Albums, dem Titletrack. Trotz der vielen Spielereien, den bombastischen Einsätzen der Instrumente, Doublebass, der Virtuosität am Keyboard und bei den Gitarren ist der Song aber auch wieder den anderen ähnlich. Insofern findet man hier eine Zusammenfassung aller Spielereien und all ihres Könnens. Es endet in einem fulminanten Höhepunkt mit sphärischem Engelklang.

„Symphony Of Shadows“ ist ein Album für Powermetal Fans, die neues Futter für ihren Player suchen. Die Jungs sind nicht schlecht und bei den besseren Bands anzusiedeln, die sich in diesen Gewässern tummeln, aber echt was Neues darf man sich nicht erwarten.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (06.01.2019)

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