MASTER'S CALL - Morbid Black Trinity

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VÖ: 25.01.2019
Bandinfo: MASTER'S CALL
Genre: Black / Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

MASTER'S CALL ist eine gerade den Startlöchern entsprungene Blackened Death Metal Band aus Birmingham, der Stadt, die gerne als die Wiege des Heavy Metal bezeichnet wird. Die Urväter BLACK SABBATH setzten einst den metallischen Urknall in ihrer Heimatstadt und spielten dort auch ihre letzte Show. Daneben stammen die nicht weniger essentiellen JUDAS PRIEST und auch extreme Vertreter wie NAPALM DEATH aus dieser Stadt. Wer also mit einem derart musikgeschichtsträchtigen Heimathafen hausieren geht, der muss auch abliefern. Ist dies dem frisch aus dem Ei gepellten, finsteren Fünfer gelungen?

Ihre erste Duftmarke setzen MASTER'S CALL mit der EP "Morbid Black Trinity". Ihre Musik bezeichnen sie als "Dark Blackened Death Metal" und bewerben ihr Werk mit dem Vermerk "for fans of: CRADLE OF FILTH, DIMMU BORGIR, CONJURER". Und nach mehrmaligem Hören erinnert mich MASTER'S CALLs Klangkunst tatsächlich ein wenig an älteres Material von DIMMU BORGIR. Die starken, opulenten Riffwände deuten dezent in Richtung von "Enthrone Darkness Triumphant", als die Norweger starke, leicht todesmetallische Riffs entdeckten und sich allmählich vom traditionellen Black Metal entfernten. Zudem hielten sich Bombast und Orchester damals noch in höflichen Grenzen, weswegen der Vergleich mit älteren DIMMU-BORGIR-Werken für mich am besten zutrifft. Mindestens im gleichen Maße erinnern mich die Stücke auf "Morbid Black Trinity" an die Polen BEHEMOTH mit ihren jüngeren, Black-Metal-lastigeren Werken. Fronter Shayan (TRIVAX), der im zarten Alter von 16 Jahren seine iranische Heimat in Richtung Großbritannien verließ, leistet mit seinen nergalesken Vocals einen nicht unerheblichen Beitrag zu dieser These.

Der Sound ist sehr gut gelungen und findet genau die richtige Balance zwischen Organik und Druck. Die Gitarren haben einen schönen, vernebelten Hall, die Drums klingen natürlich und auch der toll herausgemischte, behäbig wummernde Bass ist des Lobes würdig. Auch hier könnten BEHEMOTHs jüngere Alben zumindest als Inspiration gedient haben.

Der erste Song "From Once Beneath The Cursed" setzt nach einem kurzen Intro mit deftigen Riffwänden ein und wechselt mehrmals von treibenden Rhythmen zu erhaben schwingender Düsternis und zurück. In der Hälfte setzt ein erfrischend thrashiger Solopart ein. Die oben angesprochene norwegisch-polnische Symbiose lässt sich aus diesem ersten Stück anschaulich heraushören. Track Nummer zwei ("The Spire Cranes") baut zunächst mit leichteren Leads eine düstere Atmosphäre auf, bevor wieder die knüppelharten Riffwände nachgezogen werden. Der Refrain drosselt das Tempo und walzt in schönster BEHEMOTH-Schwarzmessen-Manier über den Hörer hinweg. Zum Ende hin wird zu schnellen Blastbeats ausgerastet und eine technifizierte, leicht progressive Bridge eingestreut. Die dritte Nummer "My Eyes Are The Night" baut im Refrain einen schönen Spannungsbogen zum Hauptteil hin auf und lässt zum Ende langsam und stetig das Tempo abfallen. Schlussendlich endet MASTER'S CALLs erste EP leise mit Klavier, Chor und Glockengeläut.

MASTER'S CALLs erste EP überzeugt mit drei starken Songs, ausgefeilten finstermetallischen Kompositionen und einem sehr gelungenen Sound. Verfechter des rohen Keller- und Garagensounds werden den Klang vielleicht nicht abfeiern, aber dürften ihm zumindest Respekt zollen. Nach dieser EP dürfen MASTER'S CALL gerne mit ihrer Heimatstadt Birmingham werben, denn wenn das gebotene Niveau auf dem Debutalbum gehalten wird, steht uns Großes bevor.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (18.01.2019)

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