FROZEN LAND - Frozen Land

Artikel-Bild
VÖ: 23.11.2018
Bandinfo: FROZEN LAND
Genre: Power Metal
Label: Massacre Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Mission: Den finnischen Powermetal der 90er zurückbringen. Das schreibt sich zumindest Mastermind Tuomas Hirvinen im Promosheet der finnischen Newcomer FROZEN LAND auf die Fahnen. Dabei hat er sich vielleicht ein wenig im Jahrzehnt vertan, denn zutiefst finnisch klingender (Melodic-)Powermetal ebendieser Bauart war in den frühen 2000ern nicht minder beliebt. Damit dürfte dann auch gleich geklärt sein, wie das selbstbetitelte Debüt der Finnen klingt: nämlich sehr finnisch. Bekanntlich gibt es in Finnland nur zwei Sorten Metal: Extrem depressive, gar todessehnsüchtige Klänge, oder die Keyboardgeladene kitschige Fröhlichkeit. Beides wohl zum Ausgleich der sonst eher stimmungsarmen Nordmänner.

Das fängt schon mit dem Opener „Loser's Game“ an, der schwer an SONATA ARCTICA in ihrer Frühphase klingt. In dieser Tonart geht das Album auch weiter und springt dabei zwischen Trademarks der Altmeister von STRATOVARIUS („Orgy Of Enlightenment“, „Mask Of Youth“) und eingangs erwähnten SONATA ARCTICA („The Rising“) hin und her. FROZEN LAND haben sowohl epische, fast ein wenig an AVANTASIA erinnernde Titel wie „Underworld (Manala)“ in petto, als auch gnadenlose Ohrwürmer, die sich schon beim ersten Hördurchgang hemmungslos in den Gehörgängen festfressen. „The Fall“ ist dabei mehr etwas für die Kitsch-Fraktion, während mein persönlicher Lieblingssong des Albums, „Unsung Heroes“, die Freunde der epischen Refrains ausgiebig bedient.

„I Would“, die einzige Ballade auf „Frozen Land“ hätte es nicht wirklich gebraucht, da diese mehr wie eine schlechte Kopie des SONATA ARCTICA-Klassikers „Tallulah“ klingt. Abgesehen davon haben FROZEN LAND den Spirit der Hochzeit finnischen Powermetals aber so ziemlich exakt getroffen. Einen nicht unerheblichen Anteil daran haben wohl Mischer Matias Kupiainen, der bereits bei STRATOVARIUS (welch Überraschung!) die Regler bedienen durfte, sowie Mastering-Legende Mika Jussila, unter dessen zigtausenden Masterings (Statistikfreunde können sich hier eine komplette Auflistung ansehen) sich auch viele Alben von SONATA ARCTICA und STRATOVARIUS befinden.

FROZEN LAND schaffen es auf ihrem gleichnamigen  Debüt tatsächlich, die Essenz finnischen Powermetals wiederaufleben zu lassen. Die Scheibe lässt einen einfach nur mit breitem Grinsen im Gesicht zurück. Nichts Neues, aber Mission erfüllt!

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Marc Folivora (08.01.2019)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Escape
ANZEIGE