SOILWORK - Verkligheten

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VÖ: 11.01.2019
Bandinfo: SOILWORK
Genre: Melodic Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Hui! Da ist aber mal längere Zeit ohne einen SOILWORK Release verflogen, nachdem die Melodic Death Metal Maschinerie zuvor im gesunden Zweijahresrhythmus neues Material an den Start gebracht hat. Nach den überragenden "The Living Infinite" und "The Ride Majestic" war es aber sicherlich auch kein Fehler, sich mal Zeit zu nehmen, um die Band mit frischen Ideen auszustatten. Das Ergebnis lässt sich nun in Form von "Verkligheten" beurteilen und als erstes fällt das sehr monoton gestaltete Cover ins Auge, das in der Vinyl Variante einfach das VIEL schönere Artwork spendiert bekommen hat. Schade, dass es bei der CD Variante nicht übernommen wurde, obwohl sich da alle Fans einig sind... Sei's drum, am Ende geht's wie sooft um das, was drinsteckt, die Musik!

Der Titeltrack wird uns gleich mal als Intro präsentiert und soll uns in eine von düsterer Atmosphäre geprägte Stimmung versetzen. Das klappt soweit auch ganz gut und mündet letztlich im brachialen "Arrival", das den meisten als Single bereits bekannt sein sollte. Blastbeats, viele Tempowechsel und eine fette Portion Melodie statten dieses Stück bestens aus und lassen nicht den Schluss zu, SOILWORK könnten Rost angesetzt haben. Mr. Strid ist wieder in Höchstform und kreischt uns mit seiner Wunderstimme ins Ohr gepaart mit seinen wunderbaren glasklaren Cleans. Lediglich die Produktion wirkt etwas dumpfer als auf dem Vorgänger, gerade im Bereich der Drums. "Bleeder Despoiler" kann das Niveau des grandiosen Openers leider nicht halten, erinnert in den Strophen ein stückweit an den aktuellen FIVE FINGER DEATH PUNCH Sound und verliert sich im Chorus leider Gottes in einer relativ belanglosen Melodie, die auch nach mehreren Durchläufen nur ein Schulterzucken bei mir hervorruft. "Full Moon Shoals" ist da schon viel eher nach meinem Geschmack und orientiert sich soundtechnisch an meinen Favoriten von den Schweden, "The Living Infinite". Atmosphäre wird hier von vorn bis hinten großgeschrieben und insbesondere dieser Hang zur Melancholie weiß mich sofort zu begeistern. "When The Universe Spoke" vereint all das, was ich über den letzten Track positiv hervorgehoben hat und mischt es mit der Brutalität und der Geschwindigkeit des Openers. Trotz diverser Besetzungswechsel in der Vergangenheit hat sich diese Truppe nie verloren und gibt eine ganz klare Marschroute vor! Dazwischen mischen sich leider aber auch Songs wie "Stålfågel" und "The Ageless Whisper", die mich in ihrer Gänze wirklich völlig kalt lassen. Beide Songs lassen durch den Aufbau in den Strophen großes erwarten, doch genau das kann letztlich nicht erfüllt werden. Technisch hoch anspruchsvoll, doch bei den zwei genannten Songs fehlt mir z.B. ein stückweit die Seele, die andere Songs auf der Platte wiederum innehaben. So auch das wunderbare "Witan", das von diesen beiden Songs umrandet wird. Hier spüre ich Dynamik, Leidenschaft und ganz viel Emotionalität, die mich abholt und für sich beansprucht. Leider ist es genau das, was der zweiten Hälfte des Albums fast durchweg abgeht. Am Ende ist es sicherlich meine subjektive Wahrnehmung, aber auch das vom großartige Tomi Joutsen begleitete "Needless And Kin" sowie der Rausschmeißer "You Aquiver" machen viel Lärm um nichts. Das Stilmittel Blastbeats wirkt zu willkürlich und so flachen diese Songs ab, bleiben nicht hängen und schöpfen eben auch nicht ihr volles Potenzial aus.

So bleibe ich doch etwas unbefriedigt zurück was "Verligheten" angeht, denn es hat diese Songs, die mich komplett fesseln aber gleichzeitig massenweise ungenutztes Potenzial. Es ist kein schwaches Album, aber eben auch weit weg vom Niveau der vergangenen zwei Scheiben, die für mich alles in Grund und Boden genagelt haben im Melodic Death Metal Sektor. Ich weiß nicht, ob auf der langen Strecke seit "The Ride Majestic" etwas verloren gegangen ist oder manche Songs sogar einen zu langen Reifeprozess durchgemacht haben, aber an manchen Stellen wirkt es so, als hätte man die Songs "kaputt" geschrieben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Sonata (11.01.2019)

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