ASTROPHOBOS - Malice Of Antiquity

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VÖ: 18.01.2019
Bandinfo: ASTROPHOBOS
Genre: Black Metal
Label: Triumvirate Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

"From the wells of distant night!" krächzt Micke Broman die einleitende Zeile des zweiten ASTROPHOBOS-Opus in den Äther. "Malice Of Antiquity" folgt auf das 2014er Debut "Remnants Of Forgotten Horrors", Verstärkung gibt es dieses Mal von Session-Drummer Giuseppe Orlando (INNO, THE FORESHADOWING, ex-NOVEMBRE) und Gast-Sängerin Elisabetta Marchetti (INNO, ex-RITI OCCULTI). Mit Album Nummer zwei bleibt die Band in einem stabilen Fünf-Jahres-Rhythmus - eine auskömmliche Zeit zur Reifung oder vielleicht doch ein wenig Faulheit? Lest weiter und überzeugt euch selbst...

Das seit 2009 aktive Schwedentrio spielt einen sehr auf Leads und Melodie aufbauenden, schnörkellosen Black Metal. Mit dem permanenten Gedudel, stellenweisen Rockbeats aus der Schießbude und der kratzig-fauchigen Singstimme lassen sich homöopathische Parallelen zu den Norwegern VREID ausmachen, vereinzelte Hybridisierungen mit UADA sind im Weiteren nicht ausgeschlossen. Mit "Fire Of Catharsis" geht es nach der eröffnenden Kampfansage direkt ungebremst zur Sache. ASTROPHOBOS hauen uns schneidend kalte Gitarrenriffs und griffige Leadmelodien um die Lauscher - hier gibt's kein Getänzel, keine Finten, keine Experimente - der erste Schuss entpuppt sich auf Anhieb als Wirktreffer.

Mit "Begotten In Black" wird noch tiefer in die Melodie-Trickkiste gegriffen, die angedeutete UADA-Hybridisierung tritt hier deutlich aus der Dunkelheit empor. Auch Nummer zwei zündet sofort: zwei Anläufe, zwei Volltreffer - die Spannung steigt. Das dritte Stück "Descending Shadows" beginnt vielversprechend mit dem nacheinander gestaffelten Einsatz der Instrumente und mündet in der ersten Midtemponummer des Albums. Auch hier enttäuschen die Melodien nicht, jedoch verliert sich der Song zeitweise in Endlosschleifen und reicht auch nicht mehr an die Güte der ersten beiden Nummern heran. Die nächsten Lieder haben zwar alle ihre Momente und sind keineswegs schlecht, kränkeln aber auch ein wenig daran, dass sie sich mehr im guten Durchschnitt bewegen und nicht so mitreißen wie die ersten Beiden. Aber spätestens ab "Until The Red Of Dawn" reißen ASTROPHOBOS das Ruder wieder herum: mehrstimmige Leads, viele treffsichere Riffs, die alle fließend ineinander übergehen, packende Melodien - so läuft es richtig bei den Schweden! Auch "The Nourishing Hate" macht wieder von Anfang bis Ende Spaß - Black Metal as it should be. Mit dem abschließenden "Imperator Noctis" wollen es die Jungs noch einmal wissen und packen alle ihre Stärken in ein knapp siebenminütiges Epos. Der Song wechselt von erhaben-theatralischen Passagen hin zu maschinengewehrartig heruntergebeteten Zeilen und zurück. Der sirenenhafte Gesang von Elisabetta Marchetti steuert eine ordentliche Portion Dramatik hinzu. Ein starkes Stück, dieser Imperator der Nacht.

Das Black Metal Jahr 2019 fängt gut an und auch die Schweden ASTROPHOBOS leisten hier einen soliden Beitrag. "Malice Of Antiquity" liefert 40 Minuten bekömmlichen, kratzbürstigen Black Metal, bei dem der Leadgitarre keine Pause gegönnt wird. Die Platte beginnt stark und endet in einem Epos mit Ausrufezeichen. In der Mitte geht dem Silberling zuweilen ein wenig die Puste aus, aber wirklich falsch machen kann man als hier als Black Metaller definitiv nichts.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (19.01.2019)

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