FLOTSAM AND JETSAM - The End Of Chaos

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VÖ: 18.01.2019
Bandinfo: FLOTSAM AND JETSAM
Genre: Thrash Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

FLOTSAM AND JETSAM waren schon immer da und werden wohl auch immer da sein. Nicht ganz vorne in der ersten Reihe, nicht mal so ganz in der zweiten Reihe. Aber sie veröffentlichen meist gutklassige Alben, haben mit Erich A.K. Knutson einen der besten Sänger im Metal und schaffen es auch immer wieder, die eine oder andere Hymne aus dem Stahl Arizonas zu schmieden wie zum Beispiel "Better Of Dead" vom 2010er-Realese "The Cold".

Wie sieht das alles nun 2019 mit "The End Of Chaos" aus? Anfangs rang ich schwer mit mir, weil es eben wieder diesen klinisch-sterilen Sound gibt, wie er zum Beispiel auf der aktuellen OVERKILL auch zu erleiden ist und bei noch 5000 anderen Bands. Vor allem die Bassdrum nagelt, einem Specht auf Ecstasy ähnlich, immer wieder sehr nervig am Trommelfell. Liegt aber scheinbar im Trend, damit müssen wir leben.

OVERKILL sind hier überhaupt einige Querverweise wert: Jason Bittner wurde von FLOTSAM AND JETSAM abgeworben und trommelt nun bei den Ostküstenmauerbauern, der Sound ist ähnlich überlaut und man geht auch noch zusammen auf Amerika-Tour. Ganz dick also die beiden Bands. Diese Nostalgie-Packages kommen wohl auch in Murica recht gut an. 

Ich muss  gestehen, dass ich bei den ersten Durchgängen mit Bedenken ringen musste, aber mit der Zeit gefällt das Album ganz gut. Eigentlich sogar sehr gut: es hat seinen Charme, es hat den grandiosen Gesang und es hat teils recht progressive Anklänge im Takt und in den brillant gespielten Gitarren. Das Album ist zwar noch immer sehr thrash-lastig ("Control" oder das brutale "Slowly Insane"), spannend werden dann aber die technischen Geschichten, die bisweilen sogar in härtere DREAM THEATER-Gefilde hineinreichen. Die Gitarrenarbeit wird einige Hobbymusikanten wohl dazu veranlassen, ihre Axt am örtlichen Bauhof zur Entsorgung zu übergeben. Es passiert beinahe dauernd etwas Spannendes, Eigenartiges oder auch Unerwartetes. Die Schlagzeugarbeit ist auch großartig und der Bass tut sein Übriges dazu.

Nach mehrmaligem Hören kristallisieren sich einige richtige Hits heraus: das vom typischen FLOTZ-Refrain getragene "Recover", das derb-melodische "Architects Of Hate", der Stadion-Metal-Hit "Demolition Man" und der nächste fantastische Refrain bei "Survive", bei dem Eric alles in Grund und Boden singt, das meint, mit der eigenen Stimme umgehen zu können.

Zwölf Songs so gut wie ohne Ausfall und einigen wirklich starken Tracks sollten dann schön langsam zu einem Schritt vorwärts reichen. Wäre der schrecklich übermasterte Sound nicht ... aber da bin ich scheinbar allein im weiten Flur, äh, auf weiter Flur.

Ein extrem starkes Lebenszeichen der ewigen Underdogs und um einiges besser als das, was OVERKILL auf ihrem letzten Werk veröffentlicht haben!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (22.01.2019)

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