STARBREAKER - Dysphoria

Artikel-Bild
VÖ: 25.01.2019
Bandinfo: STARBREAKER
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

TONY HARNELL ist zurück. Nach dem unfreiwillig komischen Rein und Raus bei seiner Ur-Combo TNT und seinem doch eher kurzen Gastspiel bei SKID ROW bekommen wir anno 2019 das dritte STARBREAKER Album nach einer Pause von über zehn Jahren. Die beiden Vorgänger "Starbreaker" (2005) und "Love's Dying Wish" (2008) waren ziemliche Hochkaräter, auf denen Sangesmeister Harnell seine etwas aggressivere Seite auslebte. 

Stimmlich hat Tony nichts von seinen Fähigkeiten verloren, seine klare, hohe Stimme ist noch immer voll da, wie es einem der flotte Opener "Pure Evil" verdeutlicht. STARBREAKER wie man sie kennt und (hoffentlich) auch liebt. Soundmäßig werden auch keine Gefangenen gemacht, die Produktion ist druckvoll und klar und liefert melodische Heavieness, wie es sich für ein Produkt dieser Art gehört. Well done (produziert von TONY HARNELL und MAGNUS KARLSSON).

"Wild Butterfly" geht etwas gemächlicher zur Sache und könnte durchaus auch auf einer TNT-Scheibe stehen. Ein sehr hoher Melodie-Faktor, überhaupt muss man sagen, dass STARBREAKER 2019 generell etwas melodischer als auf den beiden Vorgängern zu Werke gehen, wo man auch ab und an mal in moderneren Gefielden wütete. 

"Last December" ist auch eher als Halbballade einzustufen, aber nicht minder hochwertig. AOR-lastig geht es auf "My Heart Belongs To You" weiter, das Frontiers-Klientel wird sich die Hände reiben. Exakt für die Zielgruppe gemacht.

"Beautiful One" beendet die erste Hälfte als Piano-Ballade, die sich bis zu Ende hin zu einem fast schon QUEENschen Pathos-Bombast steigert. TONY HARNELL steigt hier in stimmliche Höhen wie zu besten TNT-Zeiten auf. Diejenigen, die keine hohen Stimmen mögen, werden sicher behaupten, dass es da etwas zu arg wird mit dem "Kniedeln" aber das ist eben reine Geschmackssache.

Zeit wird es nun aber wieder für etwas Flotteres und die Bitte wird mit dem Titelsong erhört. Die Stakkato- Riffs bohren sich dem Hörer in die Gehörknöchelchen und das Ganze wird mit einem eingängigen Refrain garniert - sehr stark.

"How Many More Goodbyes" kann da nicht so ganz mithalten. Zwar recht abwechslungsreich gestaltet, zu Beginn mit Piano, so dass man denkt, es handelt sich um eine weitere Ballade. Im Verlauf des Tracks wechseln sich dann flottere Passagen mit langsameren ab. Der Refrain kann aber nicht so ganz überzeugen, so dass dies eher ein Song zum skippen ist.

Bei "Fire Away" gibt es dezente Pagan-Einflüssen, wieder eine etwas flottere Nummer. Zwar kein Übersong aber gute Melodic-Kost.

Ähnliches kann man auch über "Bright Star Blind Me" sagen, sicherlich nicht von schlechten Eltern (vor allem natürlich gesanglich), aber auch weit entfernt von einer Übernummer.

Zum Abschluss singen sich STARBREAKER noch selbst ein Ständchen in Form der Coverversion des JUDAS PRIEST Klassikers vom "Sin After Sin"-Album, nach dem sich die Band benannt hat. Zwar immer eine recht heikle Angelegenheit, JUDAS PRIEST zu covern, doch das Unterfangen gelingt durchaus. Tony erreicht die Rob'schen Tonhöhen mühelos.

Zusammenfassend kann man sagen, dass STARBREAKER eine durchaus überdurchschnittliche Scheibe abgeliefert haben. Die Platte ist ein Showcase für Tony Harnells Stimme, der nach wie vor zu den Besten seines Faches gehört. Die Produktion, wenn auch vom Drumsound etwas steril, überzeugt mich. 

Letztlich krankt die Scheibe einzig daran, dass sie insgesamt etwas zu ruhig und gleichförmig ist und der eine oder andere Über-Song fehlt. Etwas, dass man bei etlichen Frontiers-Produkten der letzten Zeit feststellen kann. Es fehlt meist das letzte Quäntchen zu einer höheren Wertung als die (fast schon obligatorischen) 3,5 Punkte.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (29.01.2019)

WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: TWILIGHT FORCE - Dawn Of The Dragonstar
ANZEIGE