GHOST SHIP OCTAVIUS - Delirium

Artikel-Bild
VÖ: 22.02.2019
Bandinfo: GHOST SHIP OCTAVIUS
Genre: Progressive Metal
Label: Mighty Music
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Die Besetzung von GHOST SHIP OCTAVIUS rekrutiert sich zu zwei Dritteln von den Überresten zwei der besten und innovativsten Bands der USA um die Jahrhundertwende: GOD FORBID steuert den Gitarristen Matthias Wicklund bei, NEVERMORE den Drummer Van Williams. Zusammen mit Sänger Adon Fanion (der keine so illustre Geschichte vorzuweisen hat) machen die Jungs auf ihrem Zweitwerk „Delirium“ feinen, eher traditionell angehauchten US-Power-Metal.

Wobei die vorigen Bands von Williams und Wicklund stilistisch eher weniger prominent gefeatured werden, „Delirium“ fühlt sich an wie eine Mischung aus COMMUNIC, THRESHOLD und WARREL DANEs Soloalbum „Praises To The War Machine“ (wo Wicklund bei mehreren Songs mitgewirkt hat). Also sehr geschmeidiger, melodischer und meist im Mid-Tempo gehaltener Prog, mit dem Augenmerk mehr auf guten Songs als auf Instrumentalkunst oder Überraschungen.

Und das funktioniert zum Großteil sehr gut, „Delirium“ ist eine gelungene Mischung aus feinen Leads, eingängigen Refrains und knackigen Riffs. Van Williams drückt die Band wie in besten NEVERMORE-Zeiten tight nach vorn und Wicklund steuert die lässigen Licks bei. Fronter Adon Fanion macht eine passable Figur und trifft die Töne, allein fehlt ein bisschen das letzte Quäntchen Power, ein Warrel Dane oder Russell Allen ist er halt nicht. Das merkt man vor allem bei Songs wie „The Maze“, wo er mehr im Vordergrund steht, den Song allein aber nicht tragen kann.

Aber ansonsten passt es ganz gut bei GHOST SHIP OCTAVIUS, nach einigen Runden im CD-Player bleiben fast alle Songs nachhaltig im Hirn kleben, vom Opener „Turned To Ice“ über das Gitarrenlead-getriebene „Ocean Of Memories“ oder dass aggressivere „Saturnine“. Auch der Titeltrack (der erst langsam Fahrt aufnimmt, dann aber Vollgas gibt), das schwermütige „Edge Of Time“ oder auch „Chosen“ (mit einem lässigen Riff, dem genügend Platz zum Atmen gegeben wird) können voll überzeugen.

„Delirium“ wird jetzt die Welt nicht aus den Angeln heben, beweist aber, dass es die alten Hasen Williams und Wicklund noch draufhaben, und GHOST SHIP OCTAVIUS werden sicherlich trotz des suboptimalen Bandnamens (die „Octavius“ war wohl tatsächlich ein verschollenes Schiff, das dann als „Geisterschiff“ bekannt wurde. Trotzdem kein Grund, eine Prog-Band danach zu benennen.) viele Freunde finden.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (23.01.2019)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Escape
ANZEIGE